Ministerium: Zuschuss sichert Lehre von 2280 Azubis

02.04.2021 Thüringen greift während der Corona-Pandemie Ausbildungsbetrieben finanziell unter die Arme. Damit will der Freistaat eine Abwanderung des auch nach der Krise dringend benötigten Fachkräftenachwuchses verhindern.

Ein Auszubildender demonstriert das Gasschweißen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Thüringen hat knapp zwei Millionen Euro an Ausbildungsbetriebe gezahlt, die trotz Schließung in der Corona-Krise ihre Lehrlinge halten. Damit habe während der beiden Lockdowns die Ausbildung von 2280 Jugendlichen gesichert werden können, teilte das Wirtschaftsministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. Bislang hätten mehr als 750 Unternehmen diese Hilfe vom Land erhalten.

Der Freistaat schließt mit seinem «Ausbildungszuschuss» nach eigenen Angaben eine Lücke im Unterstützungsangebot für Unternehmen in Kurzarbeit. Thüringer Betriebe bekommen damit 80 Prozent der Ausbildungsvergütung erstattet. Zudem gibt es eine Pauschale in Höhe von 20 Prozent für entrichtete Sozialversicherungsbeiträge, die nach behördlich angeordneter Schließung gezahlt wurden.

Die Hilfe ist beschränkt auf jene sechs Wochen nach Schließung, in denen die Kurzarbeiterregelungen für Auszubildende noch nicht greifen. In diesem Zeitraum müssen die Unternehmen trotz Betriebsschließungen weiter voll für die Vergütung ihrer Lehrlinge aufkommen. Thüringen übernehme die Kosten, um die nach der Krise weiter dringend benötigten Fachkräfte zu halten, erklärte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD).

Während des zweiten Lockdowns hatten 268 Betriebe (Erster Lockdown: 484) diesen Zuschuss für 934 Lehrlinge (1346) bekommen. Das Land bewilligte dafür mehr als 702 000 Euro (rund 1,2 Millionen Euro). Die geringeren Antragszahlen im Vergleich zum ersten Lockdown erklärten sich damit, dass viele Firmen aus dem Gastgewerbe bereits für das gesamte Jahr 2020 Kurzarbeit angemeldet hatten und teils auch über das ganze Jahr in Kurzarbeit waren. Deshalb hatten auch die Azubis mit Beginn des zweiten Lockdown sofort Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

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