Situation verschärft sich weiter: Immer mehr Mutanten-Fälle

28.03.2021 Die bundesweiten Diskussionen über einen schärferen Corona-Lockdown reißen nicht ab. Auch in Thüringen wird die Infektionslage in der dritten Welle immer ernster.

Eine Laborantin hält einen Corona-Test in der Hand. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei der Corona-Situation in Thüringen gibt es keinen Anlass zur Entwarnung. Am Wochenende meldete die Staatskanzlei mehr als 1700 neue Infektionen. Rund 9000 Menschen galten als aktiv mit dem Virus infiziert, wie aus einer Übersicht des Berliner Robert Koch-Instituts hervorging. Das sind nur noch etwa 1000 weniger als in den Tagen vor Weihnachten, als die zweite Pandemiewelle auf ihren Höhepunkt zusteuerte. Der Sieben-Tage-Wert bei Neuinfektionen je 100 000 Einwohner stieg am Sonntag nach einem leichten Rückgang am Samstag auf 232. Thüringen bleibt also Corona-Hotspot Nummer eins unter den Bundesländern. Zugleich verbreitet sich die besonders ansteckende Virusvariante B.1.1.7., die Ende vergangenen Jahres zuerst in Großbritannien beobachtet wurde, immer weiter.

Der Kreis Greiz war am Sonntag nach einer kurzzeitigen Verbesserung am Samstag wieder der bundesweit am schlimmsten von der Pandemie betroffene Landkreis. Dort lag die Inzidenz bei gut 514. Im Saale-Orla-Kreis, der am Samstag (514) Corona-Hotspot Nummer eins in Deutschland gewesen war, ging sie auf 386 zurück. Am Sonntag lag der Wartburgkreis mit einer Inzidenz von rund 470 bundesweit an vierter Stelle der am stärksten betroffenen Kreise.

Fast 4000 Infektionen sind auf die sogenannte britische Mutante B.1.1.7 zurückzuführen, die - laut Übersicht der Staatskanzlei mit Ausnahme von Suhl - in allen kreisfreien Städten und Landkreisen Thüringens grassiert - besonders im Ilm-Kreis, dem Eichsfeldkreis und dem Kreis Greiz. Hier wurden inzwischen jeweils mehr als 400 Fälle nachgewiesen.

Die Zeitung «Freies Wort» hatte unter Berufung auf das Suhler Gesundheitsamt berichtet, dass sich die Mutante auch in Suhl in Kindereinrichtungen und Schulen ausbreite. Am Wochenende kann es allerdings zu Meldeverzögerungen in der Statistik kommen.

Die erstmals in Südafrika nachgewiesene, ebenfalls hochansteckende Virusveränderung kommt in Thüringen mit 32 Nachweisen noch vergleichsweise selten vor.

Die Gesamtzahl der mit dem Coronavirus infizierten Gestorbenen hat sich über das Wochenende laut Staatskanzlei auf 3292 erhöht. 173 schwer an Covid-19 Erkrankte wurden am Sonntag auf Intensivstationen von Krankenhäusern behandelt, diese Zahl steigt seit Wochen wieder kontinuierlich an. Seit Pandemiebeginn haben sich mehr als 92 300 Menschen in Thüringen nachgewiesenermaßen mit dem Virus infiziert. Geschätzt 20 900 gelten als wieder genesen.

Derweil steht Weimar vor einem Testlauf für die Öffnung von Läden und Kultureinrichtungen unter Corona-Bedingungen. Von Montag bis Mittwoch öffnen dort Einzelhandelsgeschäfte, auch das Bauhaus-Museum empfängt Besucher, die zuvor negativ auf das Virus getestet wurden. Nach den Thüringer Corona-Regeln sind derartige Testläufe nur in Kommunen zulässig, die eine Woche lang den Inzidenzwert von 100 unterschritten haben. In Weimar lag er Sonntag laut Staatskanzlei bei 86.

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