Ansprüche in der Wohlfühloase: VfB Suhl will oben mitmischen

22.03.2021 Der VfB Suhl war die große Überraschung in dieser Saison der Volleyball-Bundesliga der Frauen. Auch wenn es nicht im Halbfinale weitergeht, ist man in der Wolfsgrube zufrieden. Dieses Spieljahr soll keine Eintagsfliege sein.

Handbälle liegen im Netz eines Tores. Foto: Uwe Anspach/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit neuen Ansprüchen aber keinen unrealistischen Erwartungen gehen die Volleyballerinnen des VfB Suhl aus der Corona-Saison 2020/2021. Das am Sonntagabend im dritten und entscheidenden Viertelfinalspiel beim Schweriner SC (0:3) besiegelte Playoff-Aus vermieste die Stimmung beim einzigen Südthüringer Bundesligisten nach einer so von niemandem erwarteten Saison keineswegs. Im Gegenteil: Die Vorfreude auf Kommendes ist gewachsen, ebenso wie die Maßstäbe.

Trainer Laszlo Hollosy hatte vor der Saison eine runderneuerte Mannschaft übernommen und sie auf Anhieb auf den sechsten Tabellenplatz geführt. Erstmals seit der Spielzeit 2013/2014 hieß es wieder Playoff. «Wir genießen den Moment», hatte der Ungar dann nach dem in der heimischen Sporthalle Wolfsgrube gewonnenen ersten Viertelfinale am vergangenen Mittwoch gesagt. Zugleich warnte der 44-Jährige vor zu hohen Erwartungen. «Es hat sich nichts geändert, Schwerin ist nach wie vor der Favorit. Schwerin hat viel mehr zu verlieren als wir», sagte Hollosy und sollte Recht behalten. Der SSC um Suhls ehemaligen Coach Felix Koslowski gewann die Partien zwei und drei, Suhl schied aus.

Geht die Entwicklung beim VfB allerdings so weiter, könnten es die Thüringerinnen sein, die in Zukunft viel zu verlieren haben. Zwischendurch sogar auf Tabellenrang eins liegend, hatte sich die Bundesliga-Konkurrenz die Augen gerieben, wie erfolgreich die Suhlerinnen plötzlich wieder spielten. Im Team um VfB-Kapitänin Claudia Steger und Top-Angreiferin Danielle Harbin herrschte eine absolute Wohlfühlatmosphäre, wie es die Spielerinnen beschrieben.

Die war und ist auch ein Verdienst der beiden neuen Mehrheitseigner der VfB Suhl Sport-und Marketing GmbH, Alexander Mantlik und Jens Roß. Die beiden Unternehmer hatten nach Jahren der sportlichen und wirtschaftlichen Stagnation wieder professionelle Strukturen beim VfB Suhl eingeführt. Zusammen mit den Corona-Hilfen des Landes Thüringen sorgten sie zudem für finanzielle Stabilität.

Mit diesen Voraussetzungen konnten die Suhler frühzeitig sportliche Leistungsträgerinnen an sich binden. Harbin etwa entschied sich für mindestens ein weiteres Jahr in Suhl, obwohl ihr Angebote anderer Bundesligisten vorlagen. «Über die Vertragsverlängerung von Danielle freuen wir uns sehr», sagte Hollosy, als der neue Kontrakt bekannt gemacht wurde. Mit ihr an der Spitze kann er, der gleich für drei Jahre beim VfB unterschrieben hatte, nun die nächste Spielzeit angehen. Es soll eine Spielzeit sein, in der man wieder mit dem VfB Suhl rechnen muss.

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