Ministerin: Weitere Corona-Auflagen im Winter sinnvoll

29.10.2021 Draußen wird es kälter, und die Debatte um den Corona-Kurs gewinnt an Tempo. Bei steigenden Inzidenzen drohen wieder mehr Beschränkungen. In einem Landkreis gelten schärfere Regeln schon ab Montag.

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) spricht bei einer Landtagssitzung. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In der Debatte um den Corona-Kurs im Winter hält Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne bestimmte Auflagen weiter für sinnvoll. «Lockdowns und Kontaktbeschränkungen sollte es nicht mehr geben. Aber es sind auch im Winter weiterhin Maßnahmen notwendig. Wir brauchen dabei eine Unterscheidung zwischen drinnen und draußen», sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg.

Die möglichen Ampelkoalitionäre von SPD, Grünen und FDP hatten sich im Bund zuletzt dafür ausgesprochen, die pandemische Lage von nationaler Tragweite nach dem 25. November nicht noch einmal zu verlängern. Damit wären weitgehende, bundesweite Einschränkungen nicht mehr so einfach möglich. Die Länder können jedoch mit ihren Corona-Verordnungen ebenfalls über Schutzmaßnahmen bestimmen.

Grimm-Benne hält Auflagen dabei insbesondere in Innenbereichen weiter für erforderlich. «In geschlossenen Räumen wie beispielsweise bei Handballspielen wird den Veranstaltern wohl nichts anderes als 2G übrig bleiben, wenn die Inzidenzen weiter steigen. Wer 3G macht, muss die Abstände wahren.»

Bei 2G dürfen nur geimpfte und nachweislich genesene Personen an einer Veranstaltung teilnehmen, bei 3G zusätzlich auch negativ getestete Personen.

Draußen könne man mit weniger Beschränkungen auskommen, sagte die Gesundheitsministerin. «Es können schon jetzt Spezialmärkte, so auch die anstehenden Weihnachtsmärkte, ohne Obergrenzen stattfinden. Die AHA-Regeln sind hier der Maßstab.»

Die Corona-Inzidenz stieg in Sachsen-Anhalt zuletzt weiter an. Das Robert Koch-Institut meldete am Freitag 117,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Am Vortag lag der Wert noch bei 111,5 nach 101,9 am Mittwoch. Das Land liegt damit weiter unter dem bundesweiten Durchschnitt von 139,2.

Regional gibt es beim Infektionsgeschehen große Unterschiede. Den geringsten Inzidenz-Wert im Land hat der Landkreis Börde mit 58,6. Den mit Abstand höchsten Wert hat nach wie vor der Altmarkkreis Salzwedel mit 348,3. Am Vortag hatte der Wert noch bei 321,7 gelegen.

Ab dem kommenden Montag werden dort nach Angaben des Landkreises aufgrund der hohen Infektionszahlen die Maßnahmen wieder verschärft. Künftig muss bei körpernahen Dienstleistungen, also etwa beim Friseurbesuch oder bei der Physiotherapie, wieder ein 3G-Nachweis (geimpft, genesen, getestet) vorlegt werden. Auch in geschlossenen Räumen von Gaststätten, Kultur-, Bildungs- und Sporteinrichtungen gilt dann wieder eine Nachweispflicht. Veranstaltungen im Außenbereich sind vorerst ausgenommen.

Und wie geht es auf Landesebene weiter? Die schwarz-rot-gelbe Landesregierung will die aktuell geltende 14. Corona-Verordnung überarbeiten. Diese läuft Mitte November aus. Die FDP hatte zuletzt auf Lockerungen gepocht. Grimm-Bennes Ressort stimmt aktuell entsprechende Varianten ab. «Auch in der neuen Verordnung werden wir nicht nur auf die Inzidenzen schauen, auch die Hospitalisierungsrate und die Belegung der Intensivstationen bleiben wichtige Kriterien.»

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