Ruhe nach Sturm: Verkehr und Einsatz normalisieren sich

22.10.2021 Mit Geschwindigkeiten jenseits der 100 km/h fegte der Wind durch Sachsen-Anhalt. Feuerwehr und Polizei fuhren zu Hunderten Einsätzen aus. Nun beruhigt sich die Lage.

Umgestürzte Bäume blockieren eine Kreisstraße im Oberharz. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem ersten Herbststurm hat sich die Wetterlage in Sachsen-Anhalt wieder beruhigt. Nach Angaben des Innenministeriums rückte allein die Polizei am Donnerstag zu insgesamt 152 wetterbedingten Einsätzen aus. Die Feuerwehr sei wahrscheinlich zu deutlich mehr Einsätzen ausgefahren, berichtete ein Sprecher des Ministeriums. Die genaue Zahl sei schwer zu ermitteln, da die Einsätze nur im Katastrophenfall gemeldet werden müssten, so der Sprecher.

Laut Polizei gab es im Zusammenhang mit dem Sturm mindestens vier Verletzte. Zwei Menschen wurden in ihrem Auto von jeweils einem umstürzenden Baum eingeklemmt. Einen Fahrradfahrer traf eine herabstürzende Baumkrone. Im Saalekreis erlitt ein 51-jähriger Mann eine lebensbedrohliche Unterkühlung, als er mit seinem Kanu auf dem Geiseltalsee kenterte. Warum der Mann bei dem Wetter überhaupt ausfuhr, blieb unklar.

«Mein Dank gilt allen Freiwilligen sowie den ehren- und hauptamtlichen Helferinnen und Helfern, welche exzellente Soforthilfe bei der Bewältigung der Unwetterlage geleistet haben» sagte Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) am Freitag. Feuerwehr und die Polizei hätten bewiesen, dass auf sie Verlass sei.

Trotz der Entwarnung sei weiter Vorsicht geboten, schrieb die Stadtverwaltung Weißenfels (Burgenlandkreis). «Umgefallene Bäume, Astbruch und heruntergefallene Ziegel stellen momentan eine Gefahr dar», hieß es. Aufgrund der Vielzahl der Vorfälle könne es bis zu zwei Wochen dauern, bis auch die letzten Schäden beseitigt seien. Außerdem könnten versteckte Schäden an Bäumen Gefahren bergen. Hier sollen laut Stadtverwaltung demnächst Baumkontrollen stattfinden.

Auf den Straßen und im öffentlichen Nahverkehr pendelte sich am Freitag der Normalzustand ein. Ohnehin seien während des Sturmes «in der Fläche» nur wenige Straßen gesperrt worden, teilte eine Sprecherin des ADAC mit. Vereinzelt seien Lkw wie auf der A9 und der A14 umgestürzt. Im Harz habe es größere Schäden und Sperrungen gegeben. Diese könnten sich laut ADAC auch noch bis weit in den Freitag ziehen.

Bei der Bahn fuhren die Züge im Land wieder weitestgehend nach Plan. «Bahnverkehr normalisiert sich bundesweit», hieß es auf der Website der Deutschen Bahn. Der Sturm hatte am Donnerstag im Südosten Deutschlands zwischenzeitlich zur Einstellung des Regionalbahnverkehrs geführt. Der Fernverkehr lief unter erschwerten Bedingungen weiter.

Nach einem Stromausfall durch umgestürzte Bäume und herabfallende Äste am Donnerstag waren am Freitagnachmittag noch immer etwa 1000 Kunden ohne Strom. Die Bäume und Äste hatten laut einer Netzgesellschaft Stromleitungen beschädigt und so für den Stromausfall gesorgt. In der Spitze waren laut Sprecher etwa 55 000 Kunden in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg ohne Strom.

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