Prognose: Weniger Arbeitslose und mehr Fachkräftebedarf

20.10.2021 Die Alterung der Bevölkerung wird für den Arbeitsmarkt immer mehr zum Problem. Experten pochen auf mehr Zuwanderung von Fachkräften und Qualifizierung. Und die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt.

Das Logo vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt wird sich laut Experten von der Corona-Krise erholen. Laut Prognose Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird die Arbeitslosigkeit im nächsten Jahr sinken. Die Wissenschaftler rechnen mit 11.000 Erwerbslosen im Schnitt weniger als in diesem Jahr, wie das IAB und die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilten. Als Hauptursache gilt die Demografie - mehr Menschen gehen in Rente als neue Arbeitskräfte kommen.

Insgesamt gehen die Experten des IAB im Durchschnitt von 69 400 Arbeitslosen in 2022 in Sachsen-Anhalt aus. Das wären 13,5 Prozent weniger als 2021 mit durchschnittlich 80.200 Erwerbslosen. Bundesweit werde mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit von 11,1 Prozent im nächsten Jahr gerechnet. Die Wissenschaftler prognostizierten angesichts der Demografie, die sich immer mehr als bremsender Faktor für die Wirtschaft erweise, mit einem Beschäftigungswachstum - an sozialversicherungspflichtigen Jobs - in Sachsen-Anhalt 2022 von 0,6 Prozent (Bundesweit: 1,6 Prozent; Ostdeutschland; 1,2 Prozent).

Nahezu unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung werde es in Sachsen-Anhalt schwieriger werden, Ersatz an Mitarbeitern zu finden. «Vom Arzt über die Pflegekraft bis hin zum Bus- und Lastwagenfahrer werden in vielen Bereichen Fachkräfte fehlen», sagte Markus Behrens, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit. Dies lasse sich nur lösen, indem die Zuwanderung von Fachkräften forciert und mehr Menschen aus- und weitergebildet werden.

Behrens zufolge können durch die Digitalisierung viele Tätigkeiten durch technische Prozesse ersetzt werden. Gleichzeitig entstehen in den Unternehmen neue Tätigkeiten mit höheren Anforderungen. Dafür fehlt es aber wiederum an Personal. Behrens appellierte erneut an Arbeitgeber, Bildungsangebote für Mitarbeiter auch zu nutzen.

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