Experte: Zahl der Störche stabilisiert sich

19.10.2021 Die Störche sind längst wieder in den Süden gezogen. Nun haben Experten ausgewertet, wie es um die Tiere steht. Für Sachsen-Anhalt sieht die Bilanz nicht so positiv aus wie für andere Bundesländer.

Zwei Weißstörche (Ciconia ciconia) sitzen in ihrem Nest und klappern mit ihren Schnäbeln. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

2021 ist in Sachsen-Anhalt ein vergleichsweise gutes Storchenjahr gewesen. «Wir rechnen mit einem leichten Zuwachs», sagte Storchenexperte Michael Kaatz in Loburg. «Wir hatten in Sachsen-Anhalt gute Aufzuchtbedingungen, es gab keine großen Unwetter.» Das wechselhafte Wetter sei vorteilhaft gewesen. Kaatz geht von etwa 600 Storchenpaaren für das Land aus, die in diesem Jahr schätzungsweise rund 1000 Junge aufgezogen hätten.

In westlichen Bundesländern sei die Entwicklung positiver als in Sachsen-Anhalt, sagte Kaatz. Dort gebe es deutliche Bestandszuwächse. Das liege am höheren Anteil von Störchen, die nach Spanien zögen, statt die langen Strecken über Osteuropa bis nach Afrika zurückzulegen. «Kurze Zugstrecken sind von Vorteil», erklärte Kaatz. Auf längeren Zugstrecken seien die Todesraten höher, die Rastbedingungen seien schwieriger.

Die Störche mit den weiten Zugstrecken seien in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern häufiger zu finden. Sachsen-Anhalt sei ein Mischland mit Störchen verschiedener Routen.

In Sachsen-Anhalt macht Kaatz nun zwei Veränderungen aus: Zum einen stabilisiere sich der Storchenbestand. Zum zweiten kämen die Störche immer früher zurück, teils schon Ende Februar oder Anfang März. Dass da durchaus nochmal Frost mit Schnee herrschen könne, sei zumindest für zwei, drei Wochen kein Problem für die Tiere.

Neu sei in diesem Jahr zudem eine rätselhafte Erkrankung gewesen, die vor allem bei Jungstörchen im Norden Sachsen-Anhalts und in Brandenburg für Löcher in den Beinen gesorgt habe. Teilweise hätten die wenige Millimeter großen Verletzungen frisch geblutet. Es sei lange zur Ursache gerätselt worden, am Ende sei man auf sogenannte Speckkäferlarven gekommen. Kaatz sagte, die Wunden seien in den meisten Fällen verheilt, es habe nicht unbedingt mehr Todesfälle gegeben. «Die meisten Tiere dürften das gut überstehen.»

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