20 angehende Landärztinnen und Landärzte beginnen Studium

29.09.2021 In Sachsen-Anhalt sind schon heute mehr als 250 Hausarztstellen nicht besetzt. Viele davon sind im ländlichen Raum. Das Land sucht gezielt nach Nachwuchs.

Ein leerer Hörsaal an einer Universität. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Fünf Prozent der Humanmedizin-Studienplätze an den Universitäten in Magdeburg und Halle sind für angehende Landärzte und Landärztinnen reserviert. Im nun beginnenden Wintersemester starten 20 weitere junge Menschen ihr Studium auf diesem Weg, wie das Sozialministerium in Magdeburg mitteilte. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) empfing sie am Mittwochnachmittag im Ministerium und erklärte: «Ich bin sehr froh, dass Sie in Sachsen-Anhalt einmal dort praktizieren werden, wo Hausärztinnen und -ärzte fehlen». Unter den 14 Frauen und 6 Männern sind den Angaben zufolge 11 «Landeskinder».

Die Hausarztquote kann allerdings nur ein Baustein sein bei der Lösung des Problems: Laut dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Jörg Böhme, sind derzeit 258,5 Hausarztstellen nicht besetzt. Prognosen zufolge erhöhe sich die Zahl der offenen Stellen bis 2032 um weitere 260. Perspektivisch müssten mehr Studienplätze geschaffen werden.

Sachsen-Anhalt hatte laut Ministerium als eines der ersten Bundesländer ein Landarztgesetz beschlossen. Im Februar 2020 wurden erstmals Studienplätze im Rahmen der Landarztquote ausgeschrieben. Die Plätze werden unter anderem nach einem Test zur allgemeinen Studierfähigkeit, der Motivation und Eignung zur hausärztlichen Tätigkeit vergeben. 50 Prozent des Testergebnisses, 40 Prozent Berufserfahrung und 10 Prozent Abiturnote fließen in das Ergebnis ein. Die Studierenden verpflichten sich, nach dem Studium und der anschließenden Facharzt-Weiterbildung für mindestens zehn Jahre in unterversorgten oder absehbar unterversorgten Regionen tätig zu sein.

Das Interesse an den Medizin-Studienplätzen nach der Landarztquote ist groß. In der zweiten Runde hatte es online 192 Bewerbungen gegeben, wie es im Frühjahr hieß. «Die Resonanz zeigt deutlich, dass wir mit der Landarztquote auf dem richtigen Weg sind. Es ist ein weiterer Mosaikstein, um einem Engpass allgemeinmedizinischer Versorgung auf dem Land zu begegnen», sagte Grimm-Benne. 2020 hatte es in der ersten Runde 277 Bewerbungen gegeben, am Ende hatten 13 Frauen und 7 Männer einen Platz bekommen.

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