Jäger im Land erlegen weniger Wildschweine, Rehe und Co.

25.09.2021 In der Jägersprache heißen sie Schwarzwild, Rehwild und Damwild. Gemeint sind Wildschweine, Rehe und Damhirsche. Im zurückliegenden Jagdjahr wurden weniger Tiere erlegt. Eine Folge von Corona-Beschränkungen?

Jäger stehen vor einem Haus, an dem ein Geweih hängt. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Reh, Wildschwein oder Damhirsch: Jägerinnen und Jäger haben im Jagdjahr 2020/21 in Sachsen-Anhalt weniger Schalenwild erlegt. Rund 93.500 dieser Tiere brachten sie zur Strecke, wie aus einer Statistik des Landesverwaltungsamts in Halle hervorgeht. Für die vorangegangene Saison war eine Schalenwild-Zahl von knapp 102.000 angegeben worden nach knapp 98.000 im Jagdjahr 2018/19. Zum Schalenwild zählen neben Wildschweinen und Rehen auch Rothirsche, Mufflons und Damhirsche. Die Jagdsaison umfasst den Zeitraum vom 1. April bis zum 31. März des Folgejahres.

Ob das geringere Streckenergebnis mit der Corona-Pandemie oder mit der Begrenzung beziehungsweise dem Wegfall von Gesellschafts- und Drückjagden zu tun hat, konnte das Landesverwaltungsamt noch nicht einschätzen. «Ein Gesamtbild wird sicherlich die Betrachtung der Gesamtergebnisse unter Einbeziehung des kommenden Jagdjahres abgeben», erklärte eine Sprecherin.

Einen deutlichen Rückgang gab es den Angaben zufolge bei der Zahl der erlegten Wildschweine. Während es 2019 noch rund 46.150 waren, erlegten die Jäger nun nur noch gut 39.700. Laut Landesverwaltungsamt ist die Schwarzwildstrecke in den einzelnen Landkreisen unterschiedlich ausgeprägt und schwankt stark. Der Schwerpunkt habe mit mehr als 6000 Stück im Landkreis Wittenberg gelegen. Die sich in Deutschland weiter ausbreitende Afrikanische Schweinepest erfordere eine Verstärkung der intensiven Schwarzwildbejagung, hieß es.

Auch bei der Rehwildstrecke zeigt die Statistik in den vergangenen Jahren ein Minus. Mit 44.537 Stücken seien im Vergleich zum Streckenrekord des Jagdjahres 2012/13 (51.686 Stück) rund 7150 weniger erlegt worden. Die obere Jagdbehörde gehe aber nicht von einer signifikanten Bestandsabnahme aus. Schwerpunkte der Rehwildstrecke seien der Landkreis Stendal sowie der Altmarkkreis Salzwedel.

Beim Rotwild hält der negative Trend der Vorjahre an, hieß es. Es wurden gut 4300 Tiere erlegt nach rund 4450 im vorigen Jagdjahr und mehr als 5100 im Jagdjahr 2018/19. In einigen Regionen gebe es aber auch ein Plus, etwa in den Landkreisen Dessau-Roßlau, Anhalt Bitterfeld und im Burgenlandkreis. Beim Damwild seien die Ergebnisse in den zurückliegenden Jahren recht gleichbleibend gewesen. Mit gut 4600 Tieren sei nun ein durchschnittliches Ergebnis der vergangenen fünf Jahre erreicht worden.

Neben dem Schalenwild wurden auch andere Wildtiere von den Jägern und Jägerinnen erlegt. So wurden zwischen Frühjahr 2020 und Frühjahr 2021 etwa 19.000 Füchse, 27.600 Waschbären, 9700 Nutrias und fast 2300 Marderhunde getötet.

Die sogenannte Hege des Wildbestands gehört in Deutschland zur Pflicht der Jäger und Jägerinnen. Ziel ist den Angaben nach, einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten. Das Erlegen von Tieren soll der Regulation des Gleichgewichts in der Natur dienen.

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