Vor Bundestagswahl: zerstörte Wahlplakate in Sachsen-Anhalt

12.09.2021 An Straßenecken oder Laternenmasten werben gut sichtbar Wahlplakate für die Kandidaten zur Bundestagswahl. Ebenso sichtbar ist oft die Zerstörungswut.

Zerstörte Wahlplakate von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Beschmiert, zerrissen, in Brand gesetzt oder gar ganz verschwunden: Vor der Bundestagswahl werden die Wahlplakate der Parteien Angriffsfläche von Vandalismus. Alle sechs Parteien, die im Bundestag vertreten sind, haben schon Fälle verzeichnet, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Wie viele Plakate bislang genau beschädigt wurden, ist allerdings unklar, da die Zuständigkeit bei den Kreisverbänden liegt und meist erst nach den Wahlen gemeldet wird.

Eigenen Angaben zufolge sind die Grünen stark von der Zerstörungswut betroffen - zum Teil seien bis zu 50 Prozent der Plakate betroffen gewesen, sagte ein Sprecher. Besonders in Halle, Magdeburg und Quedlinburg seien viele A1-Plakate beschädigt worden. Ebenfalls in Halle und in Quedlinburg, aber auch im Saalekreis seien vermehrt Großflächenplakate Ziel der Übergriffe. Im Vergleich zur letzten Bundestagswahl falle aber auf, dass vielerorts nicht nur einzelne Parteien die Zielscheibe tragen, sondern stattdessen ganze Straßen vollständig leer gerissen werden, sagte der Grünen-Sprecher.

Die AfD hat in Magdeburg und Halle gleich ganz auf die Aufstellung großer Plakate verzichtet. Beide Städte sind eigenen Angaben zufolge Hotspots für Beschädigung an der Wahlwerbung. Gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl sei die Anzahl der Sachbeschädigungen im Vergleich zur Landtagswahl im Juni und zur vergangenen Bundestagswahl jedoch geringer.

Auch die CDU sieht bislang keinen bedeutenden Unterschied zu vorhergegangenen Wahlen. Beschmierte, beschmutzte, zerstörte und gestohlene Wahlplakate seien in allen Kreisverbänden und Wahlkreisen zu verzeichnen, hieß es. Auch die SPD und die Linken rechnen mit Beschädigungen etwa auf dem Niveau vorheriger Wahlen. Die FDP verzeichnete zur Landtagswahl vermehrt eine komplette Zerstörung von Großflächenplakaten. «Im Moment gibt es keine diesbezügliche Meldung», teilte ein Sprecher mit.

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