Abellio: Aufgabenträger und Unternehmen einigen sich

10.09.2021 Im Streit um den Betrieb des Bahnunternehmens Abellio haben sich die Aufgabenträger in Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem Unternehmen geeinigt. Demnach erfüllt Abellio bis 2030 seinen Vertrag im Gebiet Saale-Thüringen-Südharz, wie die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) am Freitag mitteilte. Die stark defizitären Diesel-Verbindungen von Halle und Magdeburg in den Harz werden Ende 2023 abgegeben. Bei der dann folgenden Neuausschreibung werde sich Abellio nicht beteiligen, hieß es von dem Unternehmen.

Ein Zug des Anbieters Abellio fährt auf einem Gleis. Foto: Bernd Thissen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bis vor kurzem stand ein kurzfristiger Betriebsstopp der Abellio-Bahnen in Sachsen-Anhalt und Thüringen im Raum. Das Unternehmen steckt in finanziellen Schwierigkeiten und befindet sich seit Juni in einem Schutzschirmverfahren, also einer Sanierung im Rahmen des Insolvenzrechts. Die Finanzierung des Betriebes soll laut Verkehrsminister nur bis Ende September gesichert gewesen sein.

Bereits seit Monaten liefen die Verhandlungen zwischen der Nasa und Abellio, damit auf der einen Seite das angeschlagene Unternehmen bessere Konditionen bekommt und auf der anderen Seite der Aufgabenträger - also der Staat - nicht tiefer in die Tasche greifen muss als notwendig. Auch andere in Deutschland tätige Bahnunternehmen sind unter Druck. Keolis und & Co. berichteten ebenfalls von verlustreichen Geschäften.

Sie sehen sich unverschuldet in der Krise, schließlich könnten sie nichts für gestiegene Verspätungs-Strafzahlungen oder hohe Kosten für Schienen-Ersatzverkehre, wenn entlang der Schienen gebaut wird. Die Bautätigkeit im Schienennetz ist in den vergangenen Jahren in Deutschland tatsächlich deutlich gestiegen.

Abellio betreibt etwa die Hälfte der Bahnstrecken in Sachsen-Anhalt und gehört zur niederländischen Staatsbahn. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben rund 3100 Beschäftigte in Deutschland, seine 52 Zuglinien fahren vor allem in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Baden-Württemberg.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News