Starke Einschränkungen im Zugverkehr am zweiten Streiktag

03.09.2021 Am letzten Ferienwochenende in Sachsen und Thüringen müssen sich Reisende im Südosten auf ausfallende oder verspätete Züge einstellen - der GDL-Streik legt die Region weiter lahm.

Teilnehmer einer Kundgebung der GDL stehen mit einem Transparent vor dem Leipziger Hauptbahnhof. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auch am zweiten Streiktag mussten sich Bahnreisende im Südosten auf erhebliche Einschränkungen einstellen - an den Bahnhöfen blieb es entspannt. «Es läuft alles sehr ruhig und stabil, wir haben kein größeres Reiseaufkommen», sagte eine Bahn-Sprecherin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Reisenden seien gut informiert und hätten sich bestmöglich auf die Zugausfälle eingestellt.

Im Fernverkehr waren in Folge des Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bundesweit laut Bahn-Schätzungen nur 25 bis 30 Prozent aller Fernzüge und rund 40 Prozent der Züge im Regionalverkehr unterwegs. Im Osten dürften die Ausfälle jedoch noch größer sein, weil der Organisationsgrad der GDL in der Region höher als im Rest der Republik ist.

In Sachsen kam es etwa zu Beeinträchtigungen bei den Regionalzügen RB 113 und RE 50 zwischen Leipzig und Geithain beziehungsweise Leipzig und Dresden sowie dem RE 1 zwischen Glauchau und Göttingen. In Sachsen-Anhalt galt ein Ersatzfahrplan für die Regionalzüge RE7 zwischen Dessau und Wünsdorf, RE 18 zwischen Halle und Jena, RB 76 zwischen Weißenfels und Zeitz und RB 78 zwischen Merseburg und Querfurt.

Auch in Thüringen war für viele Linien ein Streik-Fahrplan vorgesehen, etwa für die Regionalzüge RE 2, RE 3, RB 52 und RE 56 zwischen Erfurt und Kassel, Altenburg, Leinefelde und Hohenebra sowie die Linie RE 1 zwischen Glauchau und Göttingen. Viele andere Verbindungen fielen komplett aus.

Reisende müssen sich voraussichtlich noch bis Dienstag auf Einschränkungen einstellen - so machte das Hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt am Freitag deutlich, dass der Streik rechtmäßig ist. Das Gericht lehnte in zweiter Instanz eine von der Bahn beantragte einstweilige Verfügung gegen die GDL ab.

Dementsprechend dürften die Ausfälle am Wochenende im Südosten viele Menschen treffen, die aus dem Urlaub zurückkehren wollen. In Sachsen und Thüringen enden die Sommerferien, die Bahn erwartet daher mehr Reiseverkehr. «Wir versuchen, am Wochenende mehr Züge von der Ostsee nach Leipzig einzusetzen», sagte die Bahn-Sprecherin.

Bereits am Freitag mussten Urlauber sich für die Rückreise einen Plan B überlegen, wie ein Sprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG sagte. «Einige, die an den Flughäfen ankamen, wurden von dem Streik überrascht und mussten sich spontan nach Alternativen umschauen», sagte er.

© dpa-infocom GmbH

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