Mehr als 800 Helfer aus Sachsen-Anhalt im Hochwassereinsatz

13.08.2021 Auch aus Sachsen-Anhalt sind Helfer nach Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen geeilt, nachdem dort vor gut vier Wochen zahlreiche Bäche und Flüsse über die Ufer getreten waren und verheerende Schäden anrichteten. Die meisten sind inzwischen wieder zurück.

"Ein herzliches Danke an alle Helfer" steht auf einem Schild in einem Fenster. Foto: Roberto Pfeil/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Noch eine Woche sollen 131 Soldatinnen und Soldaten des Panzerpionierbataillon 803 aus Havelberg (Landkreis Stendal) nach derzeitiger Planung die Katastrophenhelfer im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz unterstützen. Das teilte das Landeskommando Sachsen-Anhalt der Bundeswehr mit. Die Angehörigen der Streitkräfte gehören damit zu den letzten Helfern aus Sachsen-Anhalt, die noch im Einsatz sind. Aus der Elb-Havel-Kaserne war auch schweres Material in die Katastrophengebiete verlegt worden. Dabei handelt es sich um Räum-, Brückenlege- und Pionierpanzer, aber auch Planierraupen und Kipper. Insgesamt waren mehr als 800 Kräfte von Bundeswehr, Polizei, Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen aus Sachsen-Anhalt in den Hochwassergebieten im Einsatz.

Auch 70 Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) aus Sachsen-Anhalt sind noch in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vor Ort, um den Menschen zu helfen. Insgesamt waren rund 230 THW-Kräfte aus mehr als 20 Ortsverbänden dort. Sie halfen dabei unter anderem beim Aufbau von Trinkwasserleitungen, der Verpflegung für die Einsatzkräfte oder auch der Einschätzung der Standsicherheit von Gebäuden. Jeweils nach ein bis zwei Wochen wurden die THW-Angehörigen ausgewechselt.

Fast 300 Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehren unterstützen ihre Kameradinnen und Kameraden aus den westlichen Bundesländern. Sie nahmen Rettungs- und Krankentransportfahrzeuge und Gerätewagen mit zum Einsatz. Daneben machten sich auch zahlreiche Freiwillige Feuerwehren aus Sachsen-Anhalt in die betroffenen Flutgebiete auf, um vor Ort zu helfen.

Aus den Reihen der Bereitschaftspolizei des Landes wurden 76 Beamtinnen und Beamte in die Hochwassergebiete entsandt, darunter befanden sich auch drei Hundeführer mit Leichenspürhunden. Ein Hubschrauber der Landespolizei wurde in Rheinland-Pfalz zum Transport von Hilfsgütern eingesetzt, weitere Angebote zur Unterstützung mussten Angaben des Innenministeriums zufolge nicht in Anspruch genommen werden.

Bis Ende Juli waren 38 Frauen und Männer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Sachsen-Anhalt im Einsatz, um in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten zu helfen. Einer der Rotkreuz-Helfer - ein Elektrofachmann - ist noch vor Ort und hilft dabei, Haushalte wieder an das Stromnetz anzuschließen. Die DRK-Angehörigen versorgten die Helfenden und waren unter anderem mit einem Feldkochherd und einem Kühlanhänger ins Einsatzgebiet gefahren.

11 Krankentransportwagen und ein Rettungswagen wurden laut DRK zur medizinischen Absicherung ins Einsatzgebiet geschickt. Sie standen für Krankentransporte zur Verfügung und kümmerten sich um verletzte Einsatzkräfte und Betroffene. DRK-Landesgeschäftsführer Dr. Carlhans Uhle sagte: «Ich bin sehr stolz auf das Engagement unserer Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler aus Sachsen-Anhalt. Ich möchte mich aber nicht nur bei den DRK-Einsatzkräften bedanken, sondern auch bei deren Familien und Arbeitgebern, die es ermöglicht haben, dass unsere Ehrenamtlichen diese wichtige Unterstützung leisten konnten. Sollten unsere Kräfte nochmal gebraucht werden, sind wir einsatzbereit.»

Zehn Helfer der Johanniter-Unfall-Hilfe waren im Hochwassergebiet, die am Nürburgring und im Bereich Neuenahr/Ahrweiler halfen. Sie stellten eine mobile Unfall-Hilfsstelle, übernehmen Krankentransporte und Rettungsdienste, fungierten als Notarztzubringer oder transportierten Material. Und mit 16 Einsatzkräften waren auch die Malteser in Rheinland-Pfalz unterwegs. Sie versorgten die Bevölkerung und Helfer in ihnen zugewiesenen Abschnitten im Sanitätsdienst.

© dpa-infocom GmbH

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