Lok trauert nach stolzem Auftritt Großchance nach

08.08.2021 Bundesligist Bayer Leverkusen hat Viertligist Lok Leipzig aus dem DFB-Pokal geworfen. Alles normal. Doch die Partie hätte einen anderen Verlauf nehmen können, ja sogar müssen. Und genau da zeigte sich der Unterschied zwischen Profis und Amateuren.

Die Mannschaft vom 1. FC Lok bedankt sich bei den Fans. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Was wäre gewesen, wenn? Es war die meistdiskutierte Frage im altehrwürdigen Bruno-Plache-Stadion nach dem Pokal-Spiel des 1. FC Lok Leipzig gegen Bayer Leverkusen. 3:0 für den Favoriten, also alles in geordneten Bahnen. Der Viertligist spielte gut mit, wurde von den 6185 Zuschauern von der ersten bis zur letzten Minute lautstark unterstützt. Aber: Die große Pokal-Atmosphäre kam nicht auf.

Und das lag an der 3. Minute und Maik Salewski. Nach einem Stellungsfehler von Jeremy Frimpong lief Salewski allein auf Lukas Hradecky im Bayer-Tor zu. Doch vor dem finnischen Auswahl-Keeper versagten ihm die Nerven. Er drosch den Ball zwei Meter über das Tor.

«Salle hatte die Riesenchance. Sowas braucht man, wenn man den Gegner ärgern will», sagte Lok-Trainer Almedin Civa und trauerte der vergebenen Möglichkeit doch hinterher. Fast im Gegenzug gab es das 0:1 per Foulelfmeter von Kerem Demirbay, der kurz vor dem Ende noch das 3:0 machte, und auch das zweite Bayer-Tor durch Karim Bellarabi (14.) nach einem Eckball ließ nicht lange auf sich warten. «Es waren Gegentore, die unnötig waren. Aber das ist die Qualität eines Bundesligisten, der fast jede Ballannahme richtig macht und, und, und», sagte Civa.

Lok spielte tatsächlich gut mit, wenn Bayer locker ließ. «Wir haben uns als Regionalligist nicht versteckt, wir haben versucht, dem Gegner so wenig Chancen wie möglich zu geben. Man kann nicht jede Situation verteidigen, aber die Jungs haben es sensationell gemacht», lobte der Trainer.

Gästecoach Gerardo Seoane schloss sich Civas Meinung an. In den letzten 20 Minuten haben sie auch mit der Unterstützung der Zuschauer noch einmal die zweite Luft bekommen und einige Torchancen erspielt. Da hatten wir mit Lukas Hradecky einen guten Rückhalt», sagte der Schweizer.

Ob Lok die Euphorie nun in den Liga-Alltag mitnehmen kann, muss sich zeigen. «Wir haben gegen so einen Gegner eine gute Leistung gezeigt. Das nicht alles klappt, ist klar. Die Jungs haben gesehen, wenn man mutig ist und die Passgenauigkeit stimmt, wird es für jeden Gegner schwierig. Wir wissen aber auch, dass ab Dienstag wieder Regionalliga stattfindet. Der DFB-Pokal gehört Mannschaften, die größer sind», betonte Civa.

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