Wetter sorgt für Herausforderungen in Erntesaison

05.08.2021 Das Wetter bereitet den in der Erntesaison ohnehin schon belasteten Landwirten Sorgen. Damit die Arbeit in kurzer Zeit zu schaffen ist, werden Prozesse automatisiert.

Ein Mähdrescher erntet Raps auf einem Feld. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Starke Hitze Mitte Juni, dann stellenweise Starkregen: Die Wetterbedingungen der vergangenen Wochen stellen die Landwirte in Sachsen-Anhalt vor Herausforderungen. Zum entscheidenden Zeitpunkt der Reifephase haben laut Bauernverband die Niederschläge gefehlt. Durch viel Sonne seien viele Früchte gleichzeitig erntereif geworden. Viel Zeit zum Einfahren der Ernte bleibe nun nicht.

Im Frühjahr hätten die Bestände noch recht gut ausgesehen, sagte die Referentin für Ackerbau und Pflanzenproduktion beim Bauernverband Sachsen-Anhalt, Nadine Börns. Die Bauern rechneten zwar weiterhin quantitativ mit einer besseren Ernte als in den drei vergangenen Jahren, aber zufriedenstellend sei es nach wie vor noch nicht. «Die drei vergangenen trockenen Jahre konnten wir auch in diesem Jahr nicht ausgleichen», sagte Börns.

In der sogenannten Kornfüllungsphase im Juni hätten die Niederschläge gefehlt, sagte die Ackerbau-Expertin. Zudem habe eine zusätzliche hohe Sonneneinstrahlung zu einer abrupten Reife der Pflanzen geführt. Das habe die Qualität des Getreides beeinträchtigt. Das Hektolitergewicht der Körner ist den Angaben zufolge oft zu gering - es gebe viel kümmerlich ausgebildetes Korn.

Damit das reife Getreide nicht durch erneute starke Niederschläge leidet, muss es so schnell wie es geh vom Acker geholt werden. Damit die Arbeit schnell zu schaffen sei, gehe es nicht ohne Technik, erklärt Landwirt Stefan Kübler aus Teutschenthal im Saalekreis. Bis vor wenigen Jahren seien die Mähdrescher noch selbst gelenkt worden, inzwischen geschehe dies automatisiert, unter anderem mithilfe von Kamerasystemen. «Dadurch schafft man eben auch mehr Fläche in der gleichen Zeit - und das auch noch präziser», so Kübler.

Börns sagt: «Die technischen Systeme werden immer intelligenter und haben pflanzenbauliches Verständnis - so beispielsweise auch in der Ernte.» Sie gab aber zu bedenken, dass sich nicht jeder Landwirt diese arbeitserleichternde Technologie leisten könne. Allerdings könnten sich Investitionen langfristig auszahlen. Denn die Landmaschinen seien auch Datensammler. Die Sensorik im Mähdrescher erfasse recht genau die Unterschiede der Bestände im Feld und die Qualität der Früchte, sagt Landwirt Kübler. Dieses Wissen könne für den Ackerbau im Folgejahr genutzt werden, um Einsparungen vorzunehmen ohne Einbußen bei Qualität und Erntemenge.

© dpa-infocom GmbH

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