Corona-Verordnung verlängert: Impfangebot für Kinder

02.08.2021 In Sachsen-Anhalt ist jeder Zweite gegen Corona vollständig geimpft. Für Kinder ab 12 Jahren gibt es Angebote. Zugleich steigt die Sorge vor einem Anstieg der Neuinfektionen.

Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne in Magdeburg. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Sachsen-Anhalt bleiben die aktuellen Regeln zur Eindämmung der Pandemie im Wesentlichen bestehen. Dazu gehören Abstand und Hygiene, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie Tests. Die Landesregierung hat die entsprechende 14. Eindämmungsverordnung bis zum 26. August verlängert, wie die Staatskanzlei am Montag in Magdeburg mitteilte. Einzelne Lockerungen gebe es aber, so für Bereiche in Pflegeheimen bei der Maskenpflicht. Die Verordnung hatte zuvor bis zum 5. August gegolten.

Wie das Sozialministerium mitteilte, wurden den Gesundheitsämtern im Land insgesamt 55 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Damit liege die aktuelle Zahl der erfassten Infektionen bei 99.557. Rund 57,3 Prozent der Menschen im Land haben den Angaben nach eine erste Impfung gegen das Virus bekommen, 50,4 Prozent ihre Zweitimpfung und damit nunmehr jeder zweite Sachsen-Anhalter.

Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) erklärte, es sei zu befürchten, dass der Reiseverkehr zu einem Anstieg der Fallzahlen führen wird. Es gelte angesichts der Gefahr der Ansteckung mit Virusmutationen weiter vorsichtig zu sein.

Unterdessen wurde zum Beispiel in Dessau-Roßlau in der Anhalt-Arena am Montag angeboten, auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren gegen das Coronavirus zu impfen. Das Land hatte in der Vorwoche den Impfzentren diese Möglichkeit gegeben. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai für diese Altersgruppe den Impfstoff von Biontech/Pfizer zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch eine Freigabe für Moderna.

Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfungen trotz politischen Drucks bisher aber nicht allgemein für Kinder und Jugendliche, sondern nur bei einem höheren Risiko für schwerere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Nach ärztlicher Beratung sind sie in individueller Entscheidung von Eltern und Kindern aber möglich.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist indes die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Sachsen-Anhalt je 100.000 Einwohner in einer Woche weiter leicht gestiegen. Das RKI meldete am Montag einen Inzidenz-Wert von 6,4, nach 6,2 am Sonntag und 5,3 am Samstag. Der höchste Wert im Land wurde mit 40,9 im Altmarkkreis Salzwedel registriert. Damit liegt der Landkreis zum ersten Mal seit Wochen wieder über dem wichtigen Grenzwert von 35. Wird dieser Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten, treten dort wieder schärfere Corona-Regeln in Kraft. Am niedrigsten ist die Corona-Inzidenz im Kreis Anhalt-Bitterfeld mit 0,0.

In den Krankenhäusern des Landes seien derzeit keine Intensiv- und Beatmungsbetten mit Covid-19-Patienten belegt, wie das Sozialministerium mitteilte. Weitere Todesfälle wurden demnach nicht gemeldet. Seit dem Ausbruch der Pandemie starben den Angaben nach in Sachsen-Anhalt 3454 Menschen im Zusammenhang mit einer Infektion.

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