Mehr als 2200 junge Menschen nutzen Azubi-Ticket

08.07.2021 Seit Anfang des Jahres können Azubis mit einem vergünstigten Monatsticket den Nahverkehr in Sachsen-Anhalt nutzen. Ob das Angebot über 2022 hinaus Bestand haben wird, ist weiter offen. Die Industrie- und Handelskammern sowie das Handwerk haben sich schon festgelegt.

Eine Straßenbahn der Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH (MBV). Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mehr als 2200 junge Menschen in Sachsen-Anhalt haben zuletzt das verbilligte Azubi-Ticket gekauft. Zuletzt nutzten 2264 Auszubildende das zu Jahresbeginn eingeführte Monatsabo, sagte ein Sprecher des Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (Nasa) der Deutschen Presse-Agentur. Die aktuellsten Zahlen stammen aus dem Mai.

Seit Anfang des Jahres können Auszubildende in Sachsen-Anhalt mit einem vergünstigten Monatsticket die Züge, Busse und Straßenbahnen im Nahverkehr im gesamten Bundesland nutzen. Dafür zahlen sie 50 Euro pro Monat. In diesem und dem nächsten Jahr schießt das Land je 12,8 Millionen Euro zu, um die Kosten für die Nutzer gering zu halten.

Im Januar waren noch 927 Auszubildende mit dem Ticket unterwegs. Der Nasa-Sprecher nannte den stetigen Zuwachs der Nutzer eine erfreuliche Entwicklung. Die Corona-Pandemie habe mutmaßlich verhindert, dass die Zahlen schneller stiegen.

Mit dem Azubi-Ticket wurde eine Forderung von Industrie- und Handelskammern, Handwerk, Verbänden und Gewerkschaften umgesetzt. «Das Azubi-Ticket erzielt genau die Wirkung, die wir uns erhofft haben: Es macht duale Berufsausbildung noch attraktiver», sagte Wolfgang März von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg. Die Kammern erhalten eigenen Angaben zufolge positive Rückmeldungen von den Azubis und ihren Ausbildungsbetrieben.

Das Verkehrsministerium hatte die Einführung eines Azubitickets lange als zu teuer abgelehnt. Für den letzten Haushalt vor der Landtagswahl stellten die Finanzexperten der schwarz-rot-grünen Koalition aber doch Geld ein. Ob es das Ticket auch nach 2022 noch geben wird, ist offen. Die Nahverkehrsgesellschaft Nasa hat für den Herbst eine Analyse angekündigt. Sie soll als Grundlage für die politische Entscheidung dienen.

Für die Wirtschaftskammern ist klar: Das Ticket muss bleiben - und sollte bestenfalls sogar ausgebaut werden. Es sei gut, wenn durch das Ticket eine möglicherweise eingeschränkte Mobilität dem Wunschberuf im bevorzugten Betrieb nichts mehr entgegensteht, sagte Simone Danek von der IHK Halle-Dessau. Viele der Auszubildenden würden etwa zur Berufsschule nach Sachsen, Brandenburg oder Niedersachsen fahren, sagte Burghard Grupe von der Handwerkskammer in Magdeburg. Daher bestehe der Wunsch seitens der Kammer, dass das Azubi-Ticket zukünftig auch bundesländerübergreifend gilt.

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