Gedenken an Corona-Tote: Haseloff beschwört Solidarität

30.06.2021 Die Zeit einer kollektiven Corona-Verarbeitung rückt näher: In einer emotionalen Zeremonie gedachte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident der Corona-Toten in dem Landkreis, den die Pandemie im Land wohl am heftigsten gebeutelt hat.

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, spricht. Foto: Michael Kappeler/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und der Landrat des Burgenlandkreises Götz Ulrich (CDU) haben der Corona-Toten in dem Landkreis gedacht. «Ohne Solidarität werden wir diese Prüfung nicht bestehen», sagte ein sichtlich gerührter Ministerpräsident am Mittwochabend. Menschen könnten Leid ertragen, wenn sie ihren Zusammenhalt bewahrten. Der Burgenlandkreis war von der Pandemie besonders betroffen.

Landrat Ulrich sagte, es sei nicht normal, dass sich Sterbende nicht von ihren Liebsten verabschieden könnten. Ihm werde die Last, auch für schwerwiegende Entscheidungen Verantwortung getragen zu haben, auch nach der Pandemie weiter beschäftigen. Dem sonst eher nüchtern wirkenden Ulrich brach an einigen Stellen seiner Rede die Stimme.

Er habe nachts kaum schlafen können, als die Pandemie Anfang des Jahres den Kreis mit voller Wucht traf, hatte Ulrich immer wieder gesagt. Die Inzidenzzahlen schossen in dieser Zeit nach oben und erreichten sogar zwischenzeitlich bundesweit Höchstwerte. Ebenso war die Sterblichkeit der Erkrankten besorgniserregend hoch. Ulrich machte damals keinen Hehl daraus, dass ihm die Situation im Burgenlandkreis nachts um den Schlaf bringe. Die Gedenkveranstaltungen, die nun in Zeitz und Weißenfels fortgeführt werden sollen, waren auch sein persönliches Anliegen.

Bei dem sogenannten Requiem in der Stadtkirche St. Wenzel in Naumburg fanden sich etwa 100 Gäste ein. Die Veranstaltung wurde neben den Redebeiträgen von mehreren musikalischen Darbietungen der Merseburger Hofmusiker begleitet.

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