Endspurt bei Landtagswahl: Ergebnis mit Spannung erwartet

06.06.2021 Der Countdown läuft. Um 18.00 Uhr schließen die Wahllokale in Sachsen-Anhalt. Im Fokus stehen die Ergebnisse von CDU und AfD.

Eine Frau gibt ihre Stimme in einem Wahllokal ab. Foto: Frank May/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Sachsen-Anhalt können die Wähler noch bis 18.00 Uhr ihre Stimme bei der Landtagswahl abgeben. Das Ergebnis wird bundesweit mit Spannung erwartet - laut Umfragen könnte es ein Kopf-an-Kopf-Rennen von CDU und AfD geben. Im Vergleich zu 2016 gingen bis zum Sonntagnachmittag weniger Menschen in die Wahllokale. Allerdings nahm die Wahlbeteiligung im Verlauf des Tages deutlich zu. Teilweise bildeten sich Schlangen vor den Wahllokalen. Die Landtagswahl gilt als letzter Stimmungstest vor der Bundestagswahl im September. Rund 1,8 Millionen Wahlberechtigte waren zur Abstimmung aufgerufen worden. Insgesamt 449 Kandidaten stellten sich zur Wahl, 22 Parteien traten an, verteilt auf 41 Wahlbezirke.

Bis 16.00 Uhr machten 41,0 Prozent der Wahlberechtigten an den Urnen von ihrem Wahlrecht Gebrauch, bis 14.00 Uhr waren es 27,1 Prozent nach 22,4 Prozent bis 12.00 Uhr, wie die Landeswahlleitung am Sonntag mitteilte. Allerdings rechnet das Land in diesem Jahr mit einem höheren Anteil an Briefwählern. Diese Stimmen waren in den Zwischenergebnissen noch nicht enthalten, wie die Landeswahlleitung mitteilte.

2016 lag die Wahlbeteiligung bei der Stimmabgabe in den Wahllokalen bis 16.00 Uhr bei 47,1 Prozent, am Ende des Tages bei 61,1 Prozent. Angesichts der Corona-Pandemie galten in den 2240 Wahllokalen Abstands- und Hygieneregeln und eine Maskenpflicht. Die Wahllokale haben bis 18.00 Uhr geöffnet. Die Landeswahlleiterin Christa Dieckmann rief alle Wahlberechtigten dazu auf, die verbleibende Zeit bis zur Schließung der Wahllokal zu nutzen um von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Ministerpräsident Reiner Haseloff trat am Morgen in Wittenberg an die Wahlurne. Der CDU-Politiker und Spitzenkandidat der Union im Land wurde in seiner Heimatstadt von seiner Frau Gabriele begleitet. Er habe alles getan, was notwendig und machbar gewesen sei, um die Menschen zu überzeugen, sagte der Christdemokrat. Dieser Sonntag sei der Tag der Wähler.

Die Stimmabgabe des Ministerpräsidenten und auch anderer Spitzenkandidaten von Parteien wie der AfD wurden begleitet von einem großen Medieninteresse. Katja Pähle (SPD) gab ihre Stimme in Halle ab. In Magdeburg traten Eva von Angern (Linke) und Lydia Hüskens (FDP) in ihren Wahlbezirken an die Urnen. Cornelia Lüddemann (Grüne) hatte nach eigenen Angaben per Briefwahl abgestimmt. AfD-Spitzenkandidat Oliver Kirchner wählte in der Landeshauptstadt.

In Sachsen-Anhalt regieren seit 2016 die CDU, die SPD und die Grünen zusammen als Deutschlands erste sogenannte Kenia-Koalition. Der CDU-Ministerpräsident Haseloff hat laut Umfragen gute Chancen auf eine dritte Amtszeit. Der Christdemokrat hatte im Wahlkampf eine Zusammenarbeit mit der AfD nach der Landtagswahl ausgeschlossen.

Der Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, Oliver Kirchner, sagte bei seiner Stimmabgabe, er hoffe, dass die Partei am Sonntag stärkste Kraft werde. Er sei aber auch mit einem Ergebnis zufrieden, das sich zwischen 22 und 26 Prozent bewege, sagte Kirchner. «Ich würde mir wünschen, dass das hier auch ein richtungsweisendes Ergebnis für die Bundestagswahl wird.»

Die CDU hatte vor fünf Jahren 29,8 Prozent der Wählerstimmen in Sachsen-Anhalt bekommen. Die AfD kam 2016 auf 24,3 Prozent. Die Linke bekam 16,3 Prozent der Wählerstimmen, die SPD 10,6 Prozent und die Grünen 5,2 Prozent. Die FDP scheiterte mit 4,9 Prozent an der 5-Prozent-Hürde. Der Liberalen haben laut Umfragen Chancen auf den Wiedereinzug in das Magdeburger Parlament. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,1 Prozent.

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