Deutsches Rotes Kreuz: Blutspender dringend gesucht

27.05.2021 Im vergangenen Jahr haben Corona und der Sommer zeitweise zu dramatischen Rückgängen bei den Blutspenden geführt. Noch ist die Versorgung gesichert - aber: «es holpert wieder relativ stark».

Blut läuft während einer Blutspende beim Blutspendedienst. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Sachsen-Anhalt blickt mit Sorge auf den zunehmenden Rückgang der Corona-Maßnahmen. «Jetzt kommen die Lockerungen und da werden die Leute vieles nachholen wollen und nicht als allererstes Blutspenden im Sinn haben - und das merken wir auch jetzt schon», sagte der Leiter des DRK Blutspendedienstes für Sachsen-Anhalt und Thüringen, Nico Feldmann, der Deutschen Presse-Agentur. «Wir blicken mit Sorge nach vorne, denn die Strecke, mit der wir immer zu kämpfen haben, ist der Sommer - und der steht uns noch bevor.»

Bereits im Mai sei ein deutlicher Rückgang der Spenden zu spüren gewesen. Statt der für Sachsen-Anhalt im Monat üblichen 8000 Spenden seien bisher (Stand Mittwochabend) gerade einmal 6500 Blutspenden zusammengekommen. Das Defizit von rund sieben Prozent weniger Spenderinnen und Spendern sei bis Ende des Monats nicht mehr aufzufangen, sagte Feldmann.

Zwar herrsche kein akuter Mangel an Blutkonserven, der Bedarf sei aber unverändert hoch. Das DRK rief daher dringend zu Blutspenden auf. «Corona hin oder her: Die Krebsversorgung muss laufen, die Notversorgung auch - das Blut wird immer gebraucht», so Feldmann.

Trotz des jüngsten Lockdowns seien in diesem Jahr bisher aber viele Spender zu den Terminen gekommen - ganz anders als beim ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr. Größtes Problem für das DRK ist nach Angaben von Feldmann, dass seit Beginn der Corona-Krise feste Spendetermine in Firmen, Berufskollegs, Schulen oder Alteneinrichtungen wegfielen. Seit Beginn der Pandemie sind zudem gängige Spendeorte wie Schulen, Alteneinrichtungen oder Kitas weggebrochen.

«Viele Menschen sind auch ein bisschen unsicher, ob sie nach der Impfung spenden dürfen», sagte Feldmann. Dafür gab er Entwarnung. Nach einer Impfung mit einem zugelassenen Sars-CoV-2-Impfstoff könne bei Wohlbefinden am Folgetag der Impfung Blut gespendet werden.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News