Linke fordert «Landessonderweg» bei Bestellung von Sputnik V

23.04.2021 Die Fraktion der Linken im Landtag Sachsen-Anhalts hat die Landesregierung aufgefordert, Impfstoffdosen des russischen Impfstoffes Sputnik V zu sichern. Bei der Impfstoffbeschaffung gebe es massenhaft politische und ökonomische Hindernisse, die unnötig bei der Pandemiebekämpfung erschienen, sagte der Linken-Abgeordnete Wulf Gallert am Freitag im Landtag. Hier könnte das Land einen eigenen Weg gehen. In Mecklenburg-Vorpommern habe es bereits Bemühungen gegeben, eigenständig den russischen Impfstoff einzukaufen.

Ein medizinischer Mitarbeiter bereitet eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff «Sputnik V» vor. Foto: Pavel Golovkin/AP/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Vorbehalte gegen den russischen Impfstoff Sputnik V hätten oft nichts mit der Pandemiebekämpfung zu tun, sagte die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, Katja Pähle. Stattdessen seien unter anderem industriepolitische Gründe maßgebend für die aus ihrer Sicht schleppende Zusammenarbeit mit den Herstellern des Impfstoffes.

Die Gesundheitsministerin Petra Grimm Benne (SPD) verteidigte die bisherige Strategie ausschließlich auf durch die Europäische Arzneimittelagentur zugelassene Impfstoffe zu setzen. «Es habe Vorrang mit sicheren Impfstoff zu Impfen», entgegnete die Ministerin. Auch der russische Impfstoff sei nicht das versprochene Allheilmittel. In der Slowakei habe es beispielsweise Schwierigkeiten bei der Impfung mit Sputnik V gegeben. Dort sei das Verfahren zwischenzeitlich ausgesetzt worden. Sie schließe die Verwendung jedoch keineswegs aus. Am Montag werde es einen Impfgipfel im Bund geben, dort werde auch über die nachfolgende Impfstoffbeschaffung gesprochen, kündigte die Ministerin an.

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