Projekt: Teebeutel verbuddeln im Dienst der Bodenforschung

23.04.2021 An bis zu 9000 Stellen in Deutschland werden seit Freitag Teebeutel verbuddelt. Die genormten Beutel sollen für drei Monate im Erdreich verbleiben, wie die Organisatoren am Freitag mitteilten. Die bei der anschließenden Analyse gesammelten Daten sollen demnach in nationale und internationale Forschungsprojekte zur nachhaltigen Bodennutzung einfließen. An der Aktion beteiligen sich den Angaben zufolge interessierte Einzelpersonen, aber auch Familien und 300 Schulklassen. Die «Expedition Erdreich» wird vom BonaRes-Zentrum für Bodenforschung und vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle wissenschaftlich begleitet.

Ein Teebeutel liegt in einem Wald vergraben. Foto: Flurin Sutter/WSL/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Herzstück der Aktion ist die sogenannte Tea-Bag-Index-Methode. Mit dem wissenschaftlich anerkannten Verfahren kann bestimmt werden, wie schnell Bodenorganismen Pflanzenreste abbauen. Dazu wird pflanzliches Material, in diesem Fall Grün- und Rooibos-Tee, gewogen, drei Monate lang im Boden vergraben und nach dem Ausgraben erneut gewogen. Aus dem Gewichtsunterschied zwischen Start- und Endgewicht der Teebeutel lässt sich der Tea-Bag-Index berechnen. Dieser wird als Indikator für die biologische Aktivität im Boden genutzt.

Ein ähnliches Experiment hat Anfang des Monats in der Schweiz begonnen. Dort verschickt eine staatliche Forschungsstelle 2000 Baumwollunterhosen an Gartenbesitzer und Bauern zur Untersuchung der Bodenqualität. Die Studienteilnehmer erhalten jeweils zwei Stück, die im Boden vergraben werden. Danach wird untersucht, wie stark die Textilien von winzigen Lebewesen zersetzt wurden.

© dpa-infocom GmbH

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