Prozess um tödliche Messerattacke: Revision eingereicht

21.04.2021 Die Verteidigung eines nach einer tödlichen Messerattacke zu einer Haftstrafe verurteilten 21-Jährigen hat Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Gerichtes eingeleitet. Am Dienstag sei die Revision am Landgericht in Halle eingereicht worden, teilte ein Sprecher des Gerichtes am Mittwoch mit. Der 21-Jährige war nach der Attacke in einem Mehrfamilienhaus in Halle vergangene Woche zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Die Richter befanden ihn der Körperverletzung mit Todesfolge und der gefährlichen Körperverletzung für schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert.

«Landgericht» steht über dem Eingang zum Landgericht Halle/Saale. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Deutsche hatte vor Gericht gestanden, im September 2020 in dem Haus vor einer Wohnungstür mit einem Küchenmesser auf zwei Männer eingestochen zu haben. Dabei kam ein 31-Jähriger laut Obduktion durch einen Stich ins Herz ums Leben. Ein gleichaltriger Freund wurde bei der Messerattacke schwer verletzt. Als Motiv gab der Angeklagte Notwehr an. Er habe sich von den beiden Männern bedroht gefühlt. Das Gericht sah das anders. «Es hätte Alternativen gegeben, um eine Gefahr abzuwenden, zum Beispiel die Polizei zu rufen», sagte der Vorsitzende Richter Jan Stengel in der Urteilsbegründung.

Durch die Revision der Verteidigung gehen die Prozessakten an den Bundesgerichtshof. Dieser soll dann darüber befinden, ob das Verfahren Rechtsfehler enthielt.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News