«Kaltschnäuziger werden»: SCM nur Zuschauer im Meisterkampf

05.04.2021 Mit der Niederlage gegen Flensburg hat der SC Magdeburg die letzte kleine Titelchance vergeben. Außerdem rissen zwei Serien.

Zeljko Musa (2.v.l.) spielt gegen Johannes Golla (l) und Magnus Abelvik Rod (3.v.l.). Foto: Ronny Hartmann/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Serien gerissen, auch die letzte kleine Titelchance verspielt: Der SC Magdeburg muss sich nach dem 29:32 gegen die personell arg gebeutelte SG Flensburg-Handewitt erneut mit der Zuschauerrolle im Kampf um die Meisterschaft in der Handball-Bundesliga zufriedengeben. Gleich zwei Serien waren für Magdeburg am Ostersonntag beendet. Erstmals seit Oktober 2011 gab es eine Heimniederlage gegen die SG, erstmals seit November 2021 eine Pflichtspielpleite.

Selbst Platz zwei und damit die Qualifikation für die Champions League ist unrealistisch. Zwar liegt der SCM aktuell als Dritter nur einen Punkt hinter dem Zweiten Kiel und einen weiteren hinter Flensburg. Doch die beiden Top-Teams aus dem Norden haben jeweils drei Spiele weniger absolviert.

Wie schon in den beiden vergangenen Saisons scheint der dritte Platz das höchste der Gefühle für die Magdeburger zu sein, bei denen vor allem auch die Fans längst einmal wieder die Champions League herbeisehnen. Dafür fehlt es dem Team aber an Konstanz - über die Saison gesehen und mitunter auch über 60 Minuten im Spiel. Zu oft leistet sich der Champions-League-Gewinner von 2002 unnötige Niederlagen, wie etwa in der Frühphase dieser Spielzeit in heimischer Halle gegen den Bergischen HC oder den TVB Stuttgart.

Und auch gegen die Spitzenteams der Liga fehlt dem SCM noch etwas. In Kiel führten die Elbestädter Ende Februar bis fünf Minuten vor Schluss und holten letztlich doch nur noch einen sogar glücklichen Punkt. «Um den letzten Schritt zu gehen, um die Spitzenmannschaften zu schlagen, müssen wir an Kaltschnäuzigkeit gewinnen», sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert. «Ob sich ein Spieler verletzt oder es eine Rote Karte gibt - wir dürfen da nicht hingucken, sondern müssen komplett weiterspielen, egal wer auf der Platte ist.»

Genau das gelang den Magdeburgern im Spiel gegen Flensburg nicht. Hatte der SCM die Partie in den ersten zwanzig Minuten unter Kontrolle, verlor die Mannschaft nach der Roten Karte für Flensburgs Jim Gottfridsson (21.) den Faden. «Bis zur Roten Karte waren wir komplett im Fluss», erklärte Wiegert. «Dann verlieren wir die Überzahl mit 0:2, beschäftigen uns zu viel mit Sachen, die wir nicht beeinflussen können, und gehen mit einem Tor minus in die Pause, obwohl wir gefühlt führen müssten.»

Flensburg erhöhte nach der Pause zu leicht auf 25:20, doch Magdeburg kämpfte sich nach einer Wiegert-Auszeit wieder auf 25:25 heran. «Das Momentum war zwar dann wieder auf unserer Seite, aber wir scheitern dann mit einem Wurf und liegen für mich zu schnell wieder drei Tore hinten», analysierte Wiegert. Zu mehr reichte es dann auch nicht - nicht gegen Flensburg, und wohl auch nicht in der Meisterschaft.

Flensburg sei ein Vorbild für den SCM, betonte Wiegert bei «Sky»: «Natürlich haben wir Respekt vor dem, was Flensburg über Jahre macht. Da wollen wir vielleicht irgendwann einmal hin.» Für die SCM-Anhänger kann «irgendwann» nicht früh genug sein.

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