Frühling lässt Arbeitslosenzahl sinken

31.03.2021 Es gibt Lichtblicke am Arbeitsmarkt. Dennoch herrscht Ungewissheit - vor allem in den Branchen, die von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen sind.

Ein Schild mit dem Logo der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Sachsen-Anhalt mit dem Start in das Frühjahr gesunken. Im März waren 89 200 Arbeitslose gemeldet, 2800 weniger als im Februar, aber 9500 mehr als im Vorjahr, wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Die Arbeitslosenquote ging in Sachsen-Anhalt binnen Monatsfrist um 0,3 Punkte auf 8,0 Prozent zurück. (März 2020: 7,1 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen wurden zum Stichtag 11. März erhoben. Bundesweit lag die Arbeitslosenquote im März bei 6,2 Prozent (2020: 5,1 Prozent).

«Die Zeichen stehen auf vorsichtige Erholung», sagte der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Markus Behrens. In den Außenberufen, wie auf dem Bau, in der Landwirtschaft oder im Gartenbau, aber auch in anderen Branchen finden Menschen aktuell einen Job. Insgesamt sei im Verlauf des Frühjahrs mit einer weiteren Entspannung auf dem Arbeitsmarkt zu rechnen.

Ernsthafte Risiken gebe es allerdings für die Bereiche Gastronomie, Einzelhandel, Veranstaltungen und Touristik. Diese seien wegen der Corona-Pandemie besonders von Schließungen und Einschränkungen betroffen. Ob und in welchem Umfang in diesen Bereichen durch Insolvenzen oder Betriebsstilllegungen weitere Arbeitsplätze verloren gehen, lasse sich derzeit noch nicht ermessen, erklärte Behrens.

Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt sei in diesem Jahr etwas später und schwächer eingetreten als im Vorjahr. Gründe dafür seien der vergleichsweise strenge Winter und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Rund 16 000 Menschen haben demnach zwischen März 2020 und März 2021 in Sachsen-Anhalt ihre Arbeit verloren, konnten nicht vermittelt werden oder keine Qualifizierungsmaßnahme antreten.

Das Instrument der Kurzarbeit bleibe ein Stabilitätsanker am Arbeitsmarkt, wenn auch die Zahl der Neuanmeldungen deutlich zurückgegangen sei. Hintergrund ist, dass Arbeitgeber Kurzarbeit in der Corona-Krise nutzen, um ihre Mitarbeiter zu halten. Knapp 500 Anzeigen wurden bei den Arbeitsagenturen im März für 4900 Beschäftigte registriert. Im Februar waren es noch 1300 Anzeigen für 11 900 Beschäftigte. Ob die angemeldete Kurzarbeit tatsächlich realisiert wird, kann nach Angaben der Behörde erst mit einigen Wochen Verzögerung ermittelt werden.

Unterdessen meldeten Arbeitgeber im März rund 4700 freie Stellen, etwa 800 mehr als im Februar und knapp 300 weniger als im Vorjahr. 29 Prozent davon kamen aus dem Bereich der Zeitarbeit. Auch im Handel, im verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen wurden im März Mitarbeiter gesucht. Insgesamt 34 845 Menschen sind in Sachsen-Anhalt länger als ein Jahr ohne Job. Das ist ein Anteil von 39 Prozent an allen Arbeitslosen (März 2020: 32,4 Prozent). Rund 795 600 Menschen sind (Stand 31. Januar 2021) im Land sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

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