Corona-Lage spitzt sich zu: Mehr als 700 Neuinfektionen

26.03.2021 Selbst die Landeshauptstadt muss wegen hoher Infektionswerte nun die Corona-Regeln verschärfen. Ein Rückgang der Inzidenz im Land ist nicht absehbar. Das Land schickt derweil hunderttausende Schnelltests an die Kitas.

Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Coronavirus breitet sich in Sachsen-Anhalt weiter schneller aus als in den meisten anderen Bundesländern. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Infektionen pro Woche und 100 000 Einwohner für das Land am Freitag mit 136,8 an. Damit verharrte die sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz nahezu auf dem Wert des Vortages (136,6).

Deutschlandweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag bei 119,1. Nur fünf der 16 Bundesländer hatten einen Wert unter 100. Höher als in Sachsen-Anhalt lag die Inzidenz am Freitag nur in den Nachbarländern Sachsen (169,1) und Thüringen (221,5).

Das Gesundheitsministerium gab die Inzidenz für Sachsen-Anhalt am Freitagnachmittag sogar mit 148,9 an. Es erfasst die Zahlen in anderen Zeiträumen als das RKI. Zwischen Donnerstag und Freitag erfuhr das Ministerium von 734 Neuinfektionen - das waren 90 mehr als einen Tag zuvor. Drei weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung.

Die Inzidenzen erreichen dabei längst nicht mehr nur im Süden des Bundeslandes kritische Werte. Auch in der Landeshauptstadt Magdeburg, lange einer der Kreise mit den niedrigsten Infektionswerten in Sachsen-Anhalt, lag die Inzidenz am Freitag bereits am dritten Tag in Folge über 100, am Freitag laut RKI bei 125. Gemäß der Corona-Verordnung des Landes verschärfte die Stadt die Kontaktbeschränkungen deshalb am Freitag: Ab sofort sind in Magdeburg, wie in vielen anderen Kreisen auch, nur noch Treffen mit einer Person, die nicht aus dem eigenen Haushalt stammt, erlaubt.

Inzwischen hat etwa jeder zehnte Sachsen-Anhalter eine erste Impfung bekommen, die Quote stieg nach weiteren 9722 Erstimpfungen auf 10,1 Prozent. 3,9 Prozent der Menschen im Land haben bereits ihre zweite Impfung bekommen.

Neben dem Impfen verspricht sich das Land vor allem von einer Ausweitung der Teststrategie positive Effekte auf die Ausbreitung des Virus. Am Freitag schickte das Gesundheitsministerium die ersten Schnelltests an Kitas, bis Ostern sollen die Einrichtungen 300 000 Testkits bekommen haben.

Sie sollen den Eltern übergeben werden, die ihre Kinder dann zu Hause testen können. Montag und Dienstag sollen die Kitas mit den Tests beginnen, geplant sind zwei Tests pro Woche und Kind. Fällt der Schnelltest positiv aus, muss er mit einem PCR-Test bestätigt werden.

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