Chipfertigung: Bosch investiert mehr als 400 Millionen Euro

29.10.2021 Jeder Chip hilft: Der Halbleitermangel bringt weltweit zahlreiche Branchen ins Stocken, allen voran die Autoindustrie. Grund genug für Zulieferer Bosch, noch einmal Millionenbeträge in die Technik zu investieren.

Das Bosch-Logo ist an einer Fassade zu sehen. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Als Reaktion auf den Halbleitermangel steckt Bosch im kommenden Jahr mehr als 400 Millionen Euro zusätzlich in seine Chipfertigung. Das Geld soll in Dresden, Reutlingen und im malaysischen Penang investiert werden, erklärte der Zuliefererkonzern. «Der Bedarf an Halbleitern wächst weiter rasant. Gerade in der aktuellen Lage bauen wir deshalb die Fertigung von Halbleitern konsequent aus», sagte der Vorsitzende des Geschäftsführung, Volkmar Denner.

Erst vor vier Monaten hatte Bosch in Dresden die modernste Chipfabrik des Kontinents eröffnet. Mit über einer Milliarde Euro ist die Dresdener Halbleiterfertigung die teuerste Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte. «Wir investieren massiv in Halbleiter-Technik, weil das aus unserer Sicht ganz klar bereits ein großes Gebiet mit großen Wachstumschancen ist und künftig bleiben wird», sagte Denner in einem «Handelsblatt»-Podcast.

Der Großteil der Investition fließt den Angaben nach in einen schnelleren Ausbau im neuen Halbleiterwerk in Dresden. Weitere 50 Millionen gehen im kommenden Jahr nach Reutlingen. «Unser Ziel ist es, die Produktion von Halbleitern in Dresden früher als geplant hochzufahren und gleichzeitig die Reinraumkapazität in Reutlingen zu erweitern. Jeder zusätzliche Chip aus unserer Produktion hilft in der aktuellen Situation», sagt Geschäftsführer Harald Kröger. In Penang fließt das Geld in ein neues Halbleiter-Testzentrum, das ab 2023 in Betrieb gehen soll.

Viele Autobauer und Elektronikhersteller kämpfen derzeit damit, dass nicht genügend Chips auf dem Markt zur Verfügung stehen. Die aktuelle Halbleiterknappheit entstand unter anderem angesichts der sprunghaft gestiegenen Nachfrage bei Notebooks und anderer Computer-Technik in der Corona-Pandemie. Besonders Autobauer leiden darunter. Die Engpässe auf dem Halbleitermarkt erschweren auch die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise insgesamt. Denner war im Juni davon ausgegangen, dass die Industrie noch «schwierige Monate» vor sich habe, sich die Situation aber 2022 nach und nach wieder normalisieren werde.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

20. Spieltag: Kaum Trost nach Pokal-Aus: Köln nur 2:2 gegen VfL Bochum

People news

Pandemie: Polizeipatrouillen statt Promi-Parties in Kitzbühel

Tv & kino

Auszeichnung: 276 Spielfilme im Oscar-Rennen

People news

Familie: Priyanka Chopra und Nick Jonas sind Eltern geworden

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Mobilfunk-Masten erst bauen, dann genehmigen?

Internet news & surftipps

Studie: Internet verkraftet Wachstum des Datenverkehrs in Pandemie

Auto news

Tipp: Unterwegs mit Hund und Fahrrad: Vierbeiner im Anhänger

Wohnen

Heizperiode: Gasspeicher leerer als sonst: Ist die Versorgung gefährdet?

Empfehlungen der Redaktion

Wirtschaft

Halbleitermangel: Bosch investiert 400 Millionen Euro in Chipfertigung

Wirtschaft

Prognose: Bosch setzt auf Wachstum mit E-Mobilität

Regional bayern

Autozulieferer Bosch setzt auf Wachstum mit Elektromobilität

Regional sachsen

Steinmeier: Zeit für neues ostdeutsches Selbstbewusstsein

Regional baden württemberg

IG Metall moniert Verlagerung von Produktion nach Osteuropa

Regional sachsen

EU-Kommissar: Dresden wichtig für Halbleiterstrategie

Regional niedersachsen & bremen

Halbleiter-Mangel zwingt VW zu weiterer Kurzarbeit

Auto news

Prognose von Versicherern: Autos könnten deutlich teurer werden