Diakonie und Hauseigentümer für Ausgleich von Energiekosten

27.10.2021 Die Diakonie Sachsen fordert angesichts steigender Energie- und Lebensmittelpreise eine Ausgleichszahlung für Menschen mit geringem Einkommen. «Immer mehr Menschen geraten durch pandemiebedingte Einkommensverluste wie Kurzarbeit, Wegfall des Minijobs oder gescheiterte Selbstständigkeit in finanzielle Notlagen», teilte die Diakonie am Mittwoch in Radebeul mit. Und immer mehr Menschen würden unter dem Druck der Schulden psychisch krank, hieß es mit Blick auf eine bundesweite Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung.

Ein Wechselstromzähler zeigt den aktuellen Zählerstand in Kilowattstunden in einem Haushalt an. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Fällige Kredite, Miet- und Energieschulden machen große Angst - verständlich, dass die psychische Belastung zunimmt», erklärte Diakonie-Chef Dietrich Bauer. Ohne einen sofortigen Ausgleich gerate man in eine «noch größere soziale Unwucht, die das Vertrauen in eine funktionierende Demokratie weiter erodieren lässt». Zudem habe man trotz stark erhöhter Nachfrage nach Hilfe und Beratung keineswegs mehr Kapazitäten in den Beratungsstellen. Das Personal dort arbeite bereits über dem Limit und das nicht erst seit der Pandemie. Längere Wartezeiten würden das Problem Verschuldung noch verschärfen.

Auch der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland sprach sich am Mittwoch dafür aus, steigende Energiepreise sozial abzufedern. Der Verband schlug ein höheres Wohngeld sowie ein «Pro-Kopf-Klimageld» vor. «Die Bepreisung von CO2-Emissionen wird nur akzeptiert, wenn einkommensschwache Haushalte dadurch finanziell nicht überfordert werden. Hier muss die neue Regierung zügig handeln», erklärte Verbandspräsident Kai Warnecke in Berlin. Er sehe bei den für eine Koalition im Bund verhandelnden Parteien gute Chancen, dass diese beiden Maßnahmen verabredet werden.

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