Schmidt nach 0:3: «Positiv bleiben, besser machen»

24.10.2021 Die Niederlage auf Schalke ist für Dynamo Dresden eine Lehrstunde in Sachen Effizienz. Nach der sechsten Niederlage will Trainer Alexander Schmidt alles kritisch durchleuchten. Doch das nächste Highlight-Spiel steht direkt bevor.

Dresdens Yannick Stark (l) und Schalkes Yaroslav Mikhailov kämpfen um den Ball. Foto: David Inderlied/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die große Party für Alexander Schmidt blieb aus. «Etwas Zählbares» hatte sich der Trainer von Dynamo Dresden am Samstagabend an seinem 53. Geburtstag beim Auswärtsspiel gegen Schalke 04 gewünscht. Stattdessen hagelte es lediglich die sechste Saisonniederlage. «Das ist ein bitteres 0:3. Das tut uns weh», gab Schmidt im Anschluss zerknirscht zu. «Unterm Strich muss ich die Mannschaft aber für eine engagierte Leistung loben. Es sind die Kleinigkeiten, warum es am Ende so steht. Genau die haben das Spiel entschieden.»

Lange Zeit konnte seine Mannschaft gegen den Bundesliga-Absteiger mithalten und das Spiel offen gestalten. Einzig unmittelbar vor dem gegnerischen Tor fehlte es an Durchsetzungskraft, Genauigkeit oder Glück. Das hatte stattdessen der Gegner gleich mehrfach. «Offensiv ist definitiv ein Kritikpunkt», erklärte Schmidt. Er wollte trotz der guten Leistung seiner Mannschaft nichts schönreden. «Speziell ich bin da sehr kritisch und durchleuchte alles. Aber es ist ein Prozess und wir haben Spieler, die noch nicht so erfahren sind. Wir entwickeln uns in Sachen Cleverness weiter. Aber es hilft nichts: Positiv bleiben, analysieren und besser machen.»

Die Tendenz spricht derzeit gegen den Aufsteiger. Die Niederlage auf Schalke war bereits die fünfte in den vergangenen sechs Partien. Fünfmal blieben die Sachsen in dieser Spielzeit inzwischen ohne eigenes Tor. Derzeit lebt Dynamo vom guten Saisonstart und der Schwäche der Konkurrenz dahinter.

Siege müssen her, bestenfalls bereits in den kommenden zwei Wochen. Denn dann spielt Dynamo gegen den SV Sandhausen und Holstein Kiel. Beide rangieren noch hinter der Schmidt-Elf im Tabellenkeller. Zuvor steht aber bereits am Mittwoch das nächste Highlight-Spiel auf dem Programm. Denn dann empfängt Dresden in der 2. Runde des DFB-Pokals den FC St. Pauli im Rudolf-Harbig-Stadion. Gegen die Hanseaten unterlag Dynamo vor drei Wochen ebenfalls mit 0:3. «Wir werden auf jeden Fall mutig reingehen und ohne Angst», kündigte Pascal Sohm an. Dynamos Angreifer sagt auch, worauf es ankommt: «Zu einem Pokalfight gehört es, dass man mutig spielt, dem Gegner zusetzt und versucht, ihn zu Fehlern zu zwingen, damit man zu seinen eigenen Chancen kommt.»

Der 29-Jährige setzt beim Heimspiel auch auf den Faktor Fans. Die waren auch auf Schalke zahlreich vertreten. Über 4000 unterstützten Dresden in der mit 54 526 Zuschauern ausverkauften Arena fast ausschließlich friedlich. «Ich habe noch nie so ein lautes Spiel erlebt», schwärmte Sohm. Er und seine Mannschaft wurden auch nach dem Schlusspfiff minutenlang von den Anhängern gefeiert.

Auch die Polizei zog - trotz einiger Bedenken im Vorfeld der Partie - noch am Abend eine weitgehend positive Bilanz. Lediglich zu Beginn des Spiels seien fünf Ordner im Bereich des Gästeblocks verletzt worden. Zwei Tatverdächtige wurden in diesem Zusammenhang nach Spielende vorläufig festgenommen. Eigenen Angaben zufolge fertigten die Einsatzkräfte insgesamt fünf Anzeigen zu Ordnungswidrigkeiten wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und neun Strafanzeigen, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Zudem seien die Personalien einer Person aufgenommen worden, die im Zusammenhang mit den Ausschreitungen am 16. Mai beim Dresdener Aufstieg identifiziert wurde.

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