Gold-Ei August des Starken wieder in Dresden

18.10.2021 Nach 97 Jahren ist eines der Prunkstücke der einst kurfürstlich-königlichen Schatzkammer August des Starken (1670-1733) zurück in Dresden. Die Ernst von Siemens Kunststiftung kaufte das legendäre Goldene Ei aus Privatbesitz und überlässt es den Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) als Dauerleihgabe für das Grüne Gewölbe. «Es ist ein kleines Wunder, ein echter Glücksfall», sagte dessen früherer Direktor Dirk Syndram bei der Vorstellung des «Ur-Überraschungs-Eis» am Montag. Es wurde auf der Leipziger Ostermesse 1705 gekauft, ging im Zuge der Fürstenabfindung 1924 an die Wettiner und gelangte dann in den Kunsthandel.

Ein Journalist fotografiert im Neuen Grünen Gewölbe das goldene Ei in einer Vitrine. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In dem knapp fünf Zentimeter großen goldenen Ei befindet sich eine Henne und in dieser eine Krone mit sechs diamantbesetzten Bügeln - zwei gehören zu einem herausnehmbaren Ring mit einem Einkaräter im Rosenschliff sowie kleineren Edelsteinen. Auch die Eispitze birgt ein Geheimnis: unter einem halbrunden Deckel konnte Parfüm verborgen werden.

«Es ist ein ganz wichtiges Objekt», sagte Marius Winzeler, der neue Direktor des Museums. Das Ei gehörte zu den Stücken, mit denen das Schatzkammermuseum 1924 eingerichtet wurde. Es ist nun im Neuen Grünen Gewölbe zerlegt zu sehen. Syndram hatte 25 Jahre nach dem Ei gesucht. Im März informierte Thomas Färber, Genfer Kunsthändler und Mitglied des Vereins der Freunde des Grünen Gewölbes, das Museum über das Angebot aus Schweizer Privatbesitz. «Man muss in so einem Fall zugreifen», sagte Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung, die die «untere sechsstellige Summe» in die Hand nahm.

Weltweit gibt es noch zwei bekannte Eier dieser Art. «Eines ist im Besitz der dänischen Königin, das andere befindet sich im Kunsthistorischen Museum Wien», sagte Syndram. Zwei weitere seien nur archivarisch belegt. Wer das Dresdner Ei fertigte sei unklar, wie dessen Verbleib seit 1924. Seine Rückkehr aber zeige, dass Verlorenes wiederkommen könne. «Und das gibt Hoffnung», sagte Syndram, in dessen Amtszeit der spektakuläre Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe fiel.

Zwei Männer waren am 25. November 2019 in das berühmte Museum eingedrungen, hatten mit einer Axt Löcher in eine Vitrine geschlagen und darin befestigte Schmuckstücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert herausgerissen. Von der Beute fehlt bisher jede Spur. Die Ermittler sind überzeugt, dass der Coup auf das Konto des Berliner Remmo-Clans geht. Sechs junge Männer aus der arabischstämmigen Großfamilie sind in Untersuchungshaft.

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