Ausschreitungen bei Dynamo-Spiel

08.10.2021 Der Dresdner Stadtrat will sich am kommenden Montag bei einer Anhörung von Sachverständigen mit den Krawallen beim Fußballspiel Dynamo Dresden gegen Türkgücü München im Mai befassen. Im Umfeld des Spiels war es zu massiven Ausschreitungen gekommen. «Die Aufarbeitung der Ereignisse ist wichtig und hat unmittelbar nach dem 16. Mai auch auf vielen Ebenen begonnen. Dazu gehört die konsequente Strafverfolgung genauso wie die kritische Betrachtung der Umstände, wie es zu solchen Gewaltausbrüchen kommen konnte», erklärte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Freitag in Dresden. Die Anhörung sei ein Baustein in diesem Prozess.

Eine Polizistin Blickt zu Passanten mit Masken. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

«Mit der Gewalt und 185 verletzten Kolleginnen und Kollegen als deren Folge war der 16. Mai für die Dresdner Polizei eine Zäsur. Zäsur bedeutet Einschnitt - aber weniger im Sinne einer Abrechnung, sondern vielmehr als Beginn von etwas Neuem, etwas Besseren», betonte Dresdens Polizeipräsident Jörg Kubiessa. Nach den Worten von Dynamo-Geschäftsführer Jürgen Wehlend stehen der Verein und seine Mitglieder «aktiv gegen Gewalt und Diskriminierung jeglicher Art innerhalb und außerhalb des Stadions». Dies hätten Vertreter der Fangruppen in einer gemeinsamen Erklärung von Fans für Fans im Juni öffentlich zum Ausdruck gebracht.

Das letzte Heimspiel des damaligen Drittligisten Dynamo Dresden gegen Türkgücü München (4:0) fand am 16. Mai wegen der Corona-Pandemie ohne Fans statt. Im nahe gelegenen Großen Garten hatten sich aber Tausende Menschen eingefunden, um den Aufstieg Dresdens in die 2. Bundesliga zu feiern. Noch während des Spiels griffen mehr als 500 gewaltbereite Fans Polizisten massiv mit Pyrotechnik an. Laut Staatsanwaltschaft wurden rund 180 Einsatzkräfte verletzt, 163 von ihnen waren mit Steinen, Glasflaschen und anderen Gegenständen beworfen worden. Zudem gab es zahlreiche verletzte Dynamo-Fans. Die Polizei nahm vorübergehend 40 Randalierer fest. Das Ausmaß der Gewalt löste Entsetzen aus.

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