Letzte Impfzentren in Sachsen schließen: Abbau läuft

30.09.2021 Zuerst gab es zu wenig Corona-Impfstoff und viel Nachfrage, zum Schluss genügend Impfstoff und kaum Interesse. Nun schließen die letzten Impfzentren im Freistaat. Wie geht es weiter?

Arbeiter entfernen ein Transparent vor dem bisherigen Impfzentrum in Dresden. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Sachsen geht die Ära der Corona-Impfzentren nach etwa einem Dreivierteljahr zu Ende. Zum letzten Mal öffneten am Donnerstag die Einrichtungen in Chemnitz, Treuen, Annaberg, Borna, Leipzig, Mittweida und Pirna ihre Türen für Schutzimpfungen. «Parallel läuft der Abbau, vielerorts wurden die Impfstrecken bereits heruntergefahren», sagte der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Donnerstag auf Anfrage. Zudem werden Lager aufgeräumt, Kabinen abgebaut. «Wir gehen das schrittweise an», so Kranich. Das hänge auch davon ab, wie schnell die Liegenschaft - etwa die Dresdner Messe - wieder für andere Zwecke einsatzbereit sein müsse.

Das DRK räumt zwar das Impfzentrum im vogtländischen Treuen, bleibt mit einem mobilen Team aber auf dem Parkplatz davor. Derzeit werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Listen für die Einsätze der 30 mobilen Teams zu erarbeiten. Diese sind noch bis zum Jahresende unterwegs und sollen mit Haus- und Betriebsärzten das Impfen weiterführen. Es soll weiterhin niedrigschwellige Angebote vor Ort geben, hatte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) betont.

So geht etwa am 5. Oktober in Chemnitz eine zentrale Impfstelle am dortigen Klinikum an den Start. Am Standort Küchwald können sich Impfwillige immer dienstags und freitags von 13.00 bis 15.00 Uhr ohne Anmeldung einen Pieks geben lassen. Möglich sind Erst- und Zweitimpfungen sowie Booster-Impfungen mit dem Vakzin von Biontech oder Moderna.

Die Impfzentren in Dresden und Riesa sind bereits dicht. In gut acht Monaten sind in den Impfzentren knapp zwei Millionen Menschen geimpft worden. Der Betrieb in den 13 Corona-Impfzentren war am 11. Januar gestartet. In jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Auftrag des Freistaats einen Standort eingerichtet.

In Sachsen sind bisher 54,8 Prozent der Menschen vollständig geimpft - der Freistaat bleibt damit bundesweit Schlusslicht. Unterdessen ist die Corona-Inzidenz in Sachsen deutlich gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag 614 Neuinfektionen. Damit stieg die Quote auf 53,2 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - nach 45,3 am Vortag. Bundesweit lag der Wert bei 63.

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