Gewalttat in Werdau: Vater soll Frau und Kind getötet haben

01.09.2021 Ein schlimmer Verdacht ist in der Nacht zu Mittwoch traurige Gewissheit geworden: Die Polizei fand in einer Werdauer Wohnung die Leichen einer Frau und ihres drei Jahre alten Kindes. Was hat sich in der Wohnung abgespielt?

Polizeibeamte vor einem Wohnhaus, in dem in der Nacht eine Mutter und ihr Kind getötet worden waren. Foto: Mike Müller/TNN/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Kriminaltechniker sind am späten Mittwochvormittag schon wieder fort. Und auf den ersten Blick zeugt an dem Wohnhaus in Werdau bei Zwickau nichts mehr von dem Schrecken der vergangenen Nacht. Einigen Bewohnern ist die Fassungslosigkeit jedoch anzusehen, sprechen wollen sie darüber nicht. Im zweiten Stock des mehr als 100 Jahre alten Mehrfamilienhauses hat die Polizei zwei Leichen gefunden: Die einer 43-jährigen Frau und ihres drei Jahre alten Jungen. Der Familienvater soll sie getötet haben.

Was sich genau in der Wohnung abgespielt hat, darüber herrschte zunächst Unklarheit. Details, etwa wie die Leichen aufgefunden wurden, wollten die Ermittler noch nicht nennen. Auch zum etwaigen Motiv des Mannes wurde zunächst nichts bekannt. Er selbst war es aber, der den Ermittlern den Hinweis gab.

Laut Polizei war der 30 Jahre alte Deutsche am Dienstagabend in der Notaufnahme eines Zwickauer Krankenhauses erschienen und aggressiv aufgetreten. Deswegen rief das Klinikum die Polizei um Hilfe. Den Beamten habe er dann erzählt, dass er seiner Frau und seinem Kind etwas angetan habe, erklärte Polizeisprecher Christian Schünemann. Was die Polizisten und Rettungskräfte dann in der Wohnung entdeckten, bestätigte die schlimmen Befürchtungen: Sie fanden die Frau und das Kind leblos vor. «Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden beide gewaltsam getötet.»

Um den Tatort genauer zu untersuchen, wurden Spezialisten des Landeskriminalamtes hinzugezogen. «Zur Todesursache, dem genauen Todeszeitpunkt und zum Motiv können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden», erklärte Schünemann. Nähere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von der Obduktion der Leichen. Mit Ergebnissen sei aber erst am Donnerstag zu rechnen, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Zwickau, Jürgen Pfeiffer.

Der Familienvater ist laut Polizei wegen Drogendelikten, Körperverletzung und Sachbeschädigung bekannt. Er wurde festgenommen und einem Richter vorgeführt, der ihn in eine Psychiatrie einwies. Zum Tatvorwurf des Mordes habe er sich nicht geäußert, sagte Pfeiffer der Deutschen Presse-Agentur. Zum Zeitpunkt der Tat habe er offensichtlich unter Einfluss von Drogen gestanden. Deswegen sei nicht auszuschließen, dass er dabei schuldunfähig oder vermindert schuldfähig war. Daher sei kein Haftbefehl, sondern die Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet worden.

Die getötete Frau hinterlässt den Angaben nach vier weitere Kinder. Sie hätten allerdings nicht mit in dem Haushalt gelebt, hieß es.

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