Inzidenz in Sachsen auf niedrigem Niveau

29.08.2021 Sachsen zählt weiter zu den Bundesländern mit der niedrigsten Sieben-Tage-Inzidenz. Der Wert nimmt allerdings stetig zu - in der Landeshauptstadt drohen bald Konsequenzen.

Eine Lösung wird auf eine Testkassette eines Corona-Schnelltests aufgeträufelt. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auch in Sachsen gibt es immer mehr Corona-Neuinfektionen. Ihre Zahl pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen erhöhte sich über das Wochenende laut der Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag auf 19,7. Damit hat der Freistaat weiterhin den zweitniedrigsten Wert aller Bundesländer, nach Sachsen-Anhalt (15,5) - aber nach wie vor die niedrigste Impfrate. Aue-Bad Schlema macht seinen Bürgern den Piks zum zweiten Mal auf besondere Weise schmackhaft.

Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen, die bundesweite Inzidenz liegt aktuell bei 74,1.

Mittlerweile sind alle Regionen und Großstädte in Sachsen zweistellig, die Spanne liegt zwischen 10,4 im Landkreis Görlitz und 34,5 in der Landeshauptstadt Dresden - knapp unter der Marke von 35. Ab dieser Stufe gilt in mehr Bereichen die sogenannte 3G-Regel: geimpft, genesen oder getestet. Laut der Daten des Gesundheitsministeriums kamen seit Freitag landesweit 176 bestätigte Infektionen hinzu, aber kein weiterer Todesfall. Aber an Wochenenden wird weniger getestet und gemeldet.

Aktuell werden nach Ministeriumsangaben 82 Betten auf Normalstationen der Krankenhäuser mit Covid-19-Erkrankten belegt und 24 auf Intensivstationen. Die Kapazitäten sind damit zu 17,5 Prozent und 18,8 Prozent ausgelastet. Laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) vom Sonntag werden 13 Covid-19-Patienten beatmet.

Sachsen zieht seit März die Belegung der Krankenhausbetten zur Bewertung des Infektionsgeschehens heran. Aus ihr resultieren seit vergangener Woche eine sogenannte Vorwarnstufe bei 650 belegten Krankenhausbetten auf Normal- oder 180 auf Intensivstationen sowie eine Überlastungsstufe bei 1300 beziehungsweise 420. Dann greifen jeweils zusätzliche Kontaktbeschränkungen.

Seit Pandemie-Beginn im März 2020 wurden insgesamt 289.221 Neuinfektionen landesweit bestätigt. 10.160 Menschen starben bisher an oder mit Covid-19, die Zahl der Genesenen wird auf 277.490 geschätzt. Bei der Immunisierung indes ist Sachsen weiterhin Schlusslicht: Mit Stand Freitag waren 51,2 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft und 54,6 Prozent mindestens einmal.

Aue-Bad Schlema (Erzgebirge) hat Menschen am Wochenende zum zweiten Mal für den Piks belohnt - diesmal mit Gratis-Burgern. Im Kulturhaus «Aktivist» ließen sich insgesamt 165 Menschen impfen, etwa 100 davon erhielten die zweite Dosis, sagte ein Stadtsprecher am Sonntag. 135 aßen auch einen Burger, der vor Ort gegrillt und belegt wurde. «Das lief besser als die Bratwurst Anfang August.»

Weitere Aktionen nach dem Motto «Impfen im Vorbeigehen» folgten. «Die Leute kommen nicht wegen Burger oder Bratwurst», berichtete der Stadtsprecher. Entscheidend seien das größere mediale Interesse und der einfache Zugang. «Das ist leichter, als ins Impfzentrum zu fahren oder einen Termin beim Hausarzt zu machen.»

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