Umfrage: Behörden in Sachsen wollen mehr elektrisch fahren

21.08.2021 Elektroautos gelten als umwelt- und klimafreundlich. Doch die Umstellung der Fuhrparks läuft selbst in den Verwaltungen noch etwas zögerlich. Jetzt will die Regierung mit gutem Beispiel vorangehen.

Neuwagen der neuen elektrischen Fahrzeuge ID.4 und ID.3 von Volkswagen stehen verladen auf Zügen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Land Sachsen plant den Anteil von Elektrofahrzeugen in den Ministerien kurzfristig deutlich zu steigern. In einem weiteren Schritt sollen die anderen sächsischen Landesbehörden folgen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Grundlage dafür seien Kabinettsbeschlüsse und vorliegende Konzepte. Der Anteil der Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb in den öffentlichen Fuhrparks der Behörden wuchs bisher nur langsam. Noch dominieren Benziner und Dieselfahrzeuge, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Als Hauptgründe gelten noch immer eine ungenügende Reichweite der Elektroautos und das noch lückenhafte Netz an Ladestationen.

Im landeseigenen Behördenfuhrpark mit insgesamt 1170 Fahrzeugen stehen laut Innenministerium 85 mit Elektro- und 37 mit Hybridantrieb. In der zentralen Fahrbereitschaft des Innenministeriums für die Staatskanzlei und die Ministerien gehört mittlerweile mehr als jedes zweite der rund 30 Autos in diese Kategorie. Ihre Energie beziehen sie aus behördeneigenen Ladesäulen.

Die Minister des Kabinetts sind jedoch zumeist noch mit Dieselwagen unterwegs. Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) fährt elektrisch. Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) wechselt gelegentlich die Antriebsart. Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) und Justizministerin Katja Meier (Grüne) haben keine eigenen Dienstwagen, hieß es.

Die sächsische Polizei verfügte mit Stand Ende April über genau 3117 Fahrzeuge - Motorräder, Autos, Transporter, Laster und Busse -, von denen 63 rein elektrisch angetrieben wurden, drei waren Hybrid-Fahrzeuge. Seit den Jahren 2015/16 würden zunehmend Elektro- und Hybridfahrzeuge gekauft, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Fahrzeuge würden vor allem von Bürgerpolizisten, für Kurierdienste und Fahrten der Verwaltung genutzt. «Für diese Zwecke haben sich die Elektrofahrzeuge bewährt.» Wegen der vergleichsweise noch immer geringeren Reichweite und der noch lückenhaften Ladeinfrastruktur werde jedoch bei der Neuanschaffung etwa von Funkstreifenwagen und Transportern «der Fokus nicht auf alternative Antriebe gelegt».

Die Stadtverwaltung Leipzig ist schon seit 2011 auch elektrisch unterwegs. Von den 250 Dienstfahrzeugen der Hauptverwaltung seien 62 Autos reine Stromer und zwei Hybridfahrzeuge, hieß es. Jahr für Jahr seien Kleinwagen durch Elektroautos oder Carsharing ersetzt worden. Allerdings bremsen auch in Leipzig fehlende Ladesäulen und begrenzte Reichweiten die Entwicklung. Die meisten Wagen werden in der eigenen Tiefgarage oder auf dem Betriebsgelände geladen. Nach einem Beschluss des Stadtrates dürfen Dienstfahrzeuge nur noch durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden. Das gilt auch für Neuanschaffungen.

Von den 941 Fahrzeugen der Landeshauptstadt Dresden haben 28 Autos - drei Laster und ein Kleinkraftrad - einen reinen Elektroantrieb sowie sechs Autos einen Hybridantrieb. Die Stadt wolle den Elektro-Anteil der Dienstwagenflotte erhöhen, sagte eine Stadtsprecherin. Seit 2018 gelte die Regel, dass bei Neu- oder Ersatzbeschaffungen von Autos generell Elektro- oder Hybrid-Fahrzeuge zum Zuge kommen. Nur in begründeten Ausnahmefällen etwa bei erhöhtem Reichweitenbedarf greife man auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zurück.

Drei Elektroplattformwagen - elektrische Pritschenwagen - sind für den Tierpark und zwei für das Sportamt in Chemnitz unterwegs. Hinzu kommen neun Elektroautos und ein Hybridfahrzeug. Die Zahl der E-Autos soll weiter erhöht werden. Laut Verwaltung sind weitere vier Elektroautos bestellt, weitere vier sollen 2022 dazukommen.

Von den 79 Fahrzeugen des Landratsamtes Görlitz fährt aktuell nur eines elektrisch. Noch in diesem Jahr soll ein zweites Auto hinzukommen. Mit diesem will die Behörde den Langstreckenbetrieb testen. Langfristig sollen weitere Elektrofahrzeuge folgen. Im Landkreis Zwickau ist derzeit ein Hybridfahrzeug im Einsatz.

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