Nächster Akt im Dresdner Residenzschloss: Langer Gang fertig

19.08.2021 Mit der neu eingerichteten Gewehrgalerie im rekonstruierten Langen Gang ist eine weitere Präsentation der Dresdner Rüstkammer wiedererstanden. Sie gibt Einblick in eine der bedeutendsten fürstlichen Feuerwaffensammlungen Europas. «Es gibt keine, die so umfangreich und qualitätsvoll ist», sagte Rüstkammer-Direktor Dirk Syndram am Donnerstag. In dem 100 Meter langen Raum sind 386 Objekte in Vitrinen arrangiert - von der kleinen Pistole über große Gewehre bis meterlangen Büchsen. «Keine Kriegswaffen, sondern sie dienten einzig der fürstlichen Repräsentation.»

Das Residenzschloss. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der 4,60 Meter breite Lange Gang wurde 2016 bis 2020 im Originalzustand von 1733 rekonstruiert. Unter den nach historischem Vorbild gestalteten 84 Feldern der prunkvoll bemalten Kassettendecke mit vergoldeten Rosetten funkeln fürstliche und Königswaffen aus Silber oder Eisen, Edelhölzern und Elfenbein, mit Perlmutter, Gold und Intarsien verziert.

Das Ende des 16. Jahrhunderts als Verbindung vom Georgenbau mit den fürstlichen Wohnräumen zum damaligen Reitstall errichtete Gebäude war einst Zuschauerraum für höfische Turniere und Hetzjagden. An einer der Außenwände befindet sich der berühmte Fürstenzug, ein Fries aus 25.000 Meissener Porzellankacheln.

Sachsens Kurfürst August der Starke (1670-1733) plante dort die Gewehrgalerie für seine ursprünglich rund 900 Objekte umfassende Waffensammlung, die sein Sohn in dessen Todesjahr realisierte - als erstes öffentliches Museum. Unter ihm, der neben Gemälden auch ein Faible für Waffen hatte, wuchs der Bestand auf bis zu 1600 Stücke an.

Die Wiederherstellung des Langen Gangs ist einer der letzten Akte bei der Schlossrekonstruktion, die bis 2024 abgeschlossen sein soll. «2022 kommen noch andere Teile dazu», sagte die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen (SKD), Marion Ackermann. «Wir gehen davon aus, dass wir ab 2025 das gesamte Schloss bespielen können.»

Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Dresdner Residenz sächsischer Kurfürsten und Könige aus dem 16. Jahrhundert wird seit 1986 wiederhergestellt und zum Museumszentrum der SKD ausgebaut. Bis Ende Juli 2021 gab der Freistaat nach jüngstem Stand rund 376 Millionen Euro für seine größte Kulturbaustelle aus. Dank finanzieller Unterstützung des Bundes von bisher 29 Millionen Euro geht es seit 2013 schneller voran - weitere 3,75 Millionen Euro sind nach Angaben des Finanzministeriums in Aussicht gestellt.

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