Merkel: Biedenkopf ein «herausragender politischer Kopf»

13.08.2021 Kanzlerin Angela Merkel hat die Aufbauleistung des gestorbenen früheren sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (beide CDU) in seinem Bundesland gewürdigt. «Es ist ein Glück, dass er sich 1990 für den Freistaat Sachsen in die Verantwortung nehmen ließ», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin in der Bundespressekonferenz. «Er hat dort zwölf erfolgreiche Jahre als Ministerpräsident gearbeitet und in sehr herausfordernden Zeiten das Land mit geprägt.»

Biedenkopf überreicht am 20.12.2006 den Jahres-Abschlussbericht der Kommision an Bundeskanzlerin Merkel. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Seibert erklärte weiter: «Kurt Biedenkopf war ein herausragender politischer Kopf, ein Intellektueller und ein politischer Macher.» Die Kanzlerin bleibe ihm «dankbar für viele Begegnungen und Gespräche, für einen immer anregenden Austausch und für guten, vertrauensvollen Rat».

Biedenkopf war am Donnerstagabend im Alter von 91 Jahren gestorben. Er sei im Kreis seiner Familie friedlich eingeschlafen, teilte die Staatskanzlei in Dresden im Auftrag der Familie am Freitag mit.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) erklärte: «Mit Kurt Biedenkopf verliert unser Land einen seiner klügsten politischen Köpfe, einen weitsichtigen Gestalter und charismatischen Christdemokraten.» Er habe bereits in den siebziger Jahren eine Reform des Rentensystems angemahnt und sei in der achtziger Jahren für die ökologische Erneuerung der Marktwirtschaft eingetreten.

«In Erinnerung bleiben vor allem seine Verdienste um die Deutsche Einheit», erklärte Schäuble weiter. «Während seiner zwölfjährigen Regierungszeit steuerte er Sachsen durch die schwierige Phase der Transformation. Mit einer kluger Ansiedlungs- und Haushaltspolitik stellte er die Weichen für den wirtschaftlichen Aufholprozess des Landes, vor allem stärkte er das Selbstwertgefühl der Sachsen.»

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, würdigte ebenfalls den Beitrag Biedenkopfs zum Wiederaufbau des Ostens. «Als langjähriger Landesvater Sachsens stand er in den Nachwendejahren an der Seite der Bürgerinnen und Bürger auf deren Weg in das vereinte Deutschland», erklärte der CDU-Politiker.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner nannte den Gestorbenen einen «Vordenker und Visionär» und «eine besondere Persönlichkeit und ein Vorbild über die Parteigrenzen hinweg». Er sei ein politisch engagierter unabhängiger Charakterkopf gewesen - offen für Reformen nicht nur in Verwaltung und Wissenschaft, sondern auch in der eigenen Partei.

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