Impfungen ab zwölf möglich: Impfzentren gerüstet

09.08.2021 In Sachsen läuft die Impfkampagne eher schleppend. Seit Montag können sich zum ersten Mal auch 12- und 13-Jährige in den Impfzentren eine Spritze gegen das Coronavirus abholen. Wie ist die Nachfrage?

Ein Mann steht an einem Covid-19-Impfcenter hinter der Bodenaufschrift «Impfen». Foto: Arne Dedert/dpa/POOL/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Sachsen können sich seit Montag auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren in den Impfzentren gegen das Coronavirus impfen lassen. «Das Buchungsportal ist nun für diese Altersgruppe freigeschaltet», sagte eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Dresden am Montag. Für diesen Dienstag könnten die ersten Termine online vereinbart werden. Impfungen für 12- und 13-Jährige sind aber auch ohne vorherige Anmeldungen ab sofort möglich. Wie das Angebot von der jüngeren Zielgruppe angenommen werde, darüber könnten noch keine Aussagen getroffen werden. «Dafür ist es noch zu zeitig», hieß es.

Die Impfzentren sind auf die Zielgruppe eingestellt, eine große Umstellung ist das Impfen ab zwölf für die Einrichtungen laut DRK nicht. Das Prozedere sei ähnlich wie bei den Jugendlichen. Über 14-Jährige konnten sich bisher schon in den Impfzentren eine Spritze geben lassen, begleitet von einem Elternteil und mit Einwilligung der Sorgeberechtigten.

Hintergrund der Änderung ist die neue Empfehlung der Sächsischen Impfkommission (Siko), die grundsätzlich allen Kindern ab 12 Jahren eine Impfung gegen das Coronavirus empfiehlt. Zudem hatte die Gesundheitsministerkonferenz eine Ausweitung des Impfangebotes für Jüngere beschlossen. Bisher konnten sich Kinder und Jugendliche ab zwölf in Sachsen nur beim Haus- oder Kinderarzt impfen lassen.

Eine ärztliche Aufklärung - auch der Eltern - werde sichergestellt, betonte das Gesundheitsministerium. Zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz sind auch spezielle Familien-Impftage in den Impfzentren geplant.

Bisher läuft die Impfkampagne im Freistaat eher schleppend. 48,8 Prozent der Sachsen sind vollständig geimpft - der Freistaat ist damit das einzige Bundesland, in dem die Impfquote noch unter 50 Prozent liegt. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 54,8 Prozent. Bei der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen steht Sachsen mit einer Quote von knapp elf Prozent im bundesweiten Vergleich zwar etwas besser dar, rangiert aber dennoch auf den hinteren Plätzen.

Hingegen zählt Sachsen weiterhin zu den Bundesländern mit den niedrigsten Corona-Infektionszahlen. Laut der Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag betrug die Wochen-Inzidenz 7,6 und blieb damit unverändert im Vergleich zum Vortag. Bundesweit erreicht die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner einen Wert von 23,1.

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