Hilfsangebote aus Sachsen nach schweren Unwettern im Westen

15.07.2021 Die Zerstörungen nach den schweren Unwettern im Westen Deutschlands haben bei vielen Sachsen Erinnerungen an die verheerenden Hochwasser 2002 und 2013 geweckt. Mehrere Politiker boten Hilfen an.

Schutt und Holz liegen aufgetürmt vor einem Haus in dem Ort im Kreis Ahrweiler am Tag nach dem Unwetter mit Hochwasser. Foto: Thomas Frey/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach den schweren Unwettern im Westen Deutschlands mit Dutzenden Toten hat Sachsen Hilfe angeboten. «Das Hochwasser ist eine Katastrophe von nationaler Tragweite», sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstag. Laut Kretschmer bot der Freistaat den Landesregierungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Hilfe zur Beseitigung der Unwetterschäden an. Zugleich sagte er: «Diese betroffenen Regionen brauchen schnelle und unbürokratische Unterstützung von Seiten des Bundes, so wie sie auch Sachsen beim Jahrhunderthochwasser 2002 erhalten hat.»

Auch Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bot Hilfe an. «Wir haben während der Elbehochwasser selbst unglaubliche Solidarität aus ganz Deutschland erlebt und stehen nun bereit, unseren Beitrag zur Bewältigung dieser Krise zu leisten», teilte das Rathaus am Donnerstag mit.

Umweltminister Wolfram Günther erinnerten die Bilder ebenfalls an vergangene Hochwasser im Freistaat: «Die Sächsinnen und Sachsen mit ihrer noch jungen Erfahrung von zwei Jahrhunderthochwassern können gut verstehen, was es bedeutet, liebe Menschen zu verlieren oder Hab und Gut zerstört zu sehen», erklärte der Grünen-Politiker. «Die Zerstörungen, die die Fluten - in Sachsen in geringerem Maß als im Westen der Republik - angerichtet haben, sind erschütternd.»

Unwetter hatten am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ganze Landstriche verwüstet, Orte von der Außenwelt abgeschnitten und Häuser weggespült. Mehr als 40 Menschen sind wegen der Wassermassen ums Leben gekommen. In Rheinland-Pfalz werden noch Dutzende Menschen vermisst. «So eine Katastrophe haben wir noch nicht gesehen. Es ist wirklich verheerend», sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

In der Nacht zum Mittwoch hatten im mittleren Erzgebirge, Vogtland und Mittelsachsen Unwetter mit heftigem Starkregen vielerorts Schäden verursacht, eine Sturzflut einen Mann mitgerissen. Der 53-Jährige wird seitdem vermisst. Nach Einschätzung von Hydrologen des Landeshochwasserzentrums besteht in Sachsen für die nächsten Tage keine Hochwassergefahr mehr.

2002 und 2013 hatte Sachsen mit verheerenden Hochwassern zu kämpfen: Mitte August 2002 brach über Sachsen eine Jahrhundertflut herein. Monsunartige Regenfälle in Tschechien und im Freistaat lösten eine Katastrophe bislang ungekannten Ausmaßes aus. Die sächsischen Flüsse stiegen binnen weniger Stunden dramatisch an und hinterließen unermessliche Verwüstungen. 21 Tote waren zu beklagen. Der Schaden ging in die Milliarden.

Der Fluss Weißeritz setzte in der Nacht zum 13. August 2002 in Dresden die historische Altstadt mit ihren Barockbauten unter Wasser. Grimma und Döbeln wurden von den reißenden Wassermassen der Mulde verwüstet. Tage später stieg die Elbe unentwegt an. In Dresden, wo der Fluss im Normalfall zwei Meter Wasser führt, wurde ein Rekordwert von 9,40 Meter erreicht.

Die Flut, die damals auch andere Länder stark in Mitleidenschaft gezogen hatte, löste eine einzigartige Hilfswelle in Deutschland aus. Hilfsorganisationen schickten Mitarbeiter nach Sachsen, viele freiwillige Helfer unterstützten zunächst die Rettungsaktionen, später den Wiederaufbau. Bei einer weiteren Jahrhundertflut kam Sachsen 2013 dann weit glimpflicher davon.

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