Holger Mann ist Spitzenkandidat der SPD Sachsen für BTW

30.05.2021 Sachsens SPD liegt in der Wählergunst weit zurück. Mit einem Leipziger an der Spitze zieht die Partei in die Bundestagswahl. Investiert werden soll in Bildung und Zukunftstechnologien. Da ist er auf einer Linie mit dem Bundesvorsitzenden.

Der SPD-Spitzenkandidat Holger Mann. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die SPD in Sachsen geht mit dem Leipziger Landtagsabgeordneten Holger Mann als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl. Für den 42-Jährigen stimmten beim Landesparteitag am Samstag auf der Galopprennbahn in Leipzig 60 der 78 Delegierten. Einen Gegenkandidaten hatte es nicht gegeben. Die weiteren Plätze gingen an Kathrin Michel vom Kreisverband Bautzen, Detlef Müller (Chemnitz) und Rasha Nasr (Dresden). Ihre Direktkandidatinnen und -kandidaten hatte die SPD bereits nominiert.

Holger Mann, der seit 2009 im sächsischen Landtag sitzt, legte in seiner Rede den Fokus auf bessere Bildung. «Wissen schafft Arbeit und Wissenschaft schafft gute Arbeit. Wir wollen im Osten nicht mehr die verlängerte Werkbank sein», betonte der Sprecher für Wissenschaft und Hochschulen als auch für Wirtschaft, Technologie und Digitalisierung seiner Fraktion. Zudem gehe es ihm um bezahlbares Wohnen und nachhaltige Mobilität, betonte der 42-Jährige.

Zuvor hatte Parteichef Martin Dulig eingestanden, dass die SPD in Sachsen in der Wählergunst noch hinten liege. «Die Lage ist nicht gut. Wir schaffen es noch nicht, die Leute zu begeistern. Die Aufholjagd hat begonnen», betonte Dulig. Dabei hätten 30 Prozent der Wähler angegeben, sich vorstellen zu können, die SPD zu wählen. «Das ist unsere Chance. Wir müssen uns nicht verstecken, ein bisschen mehr Selbstbewusstsein, bitte». Die SPD müsse Klima, Wirtschaft und Soziales zusammendenken.

Die sächsische SPD hatte bei der vergangenen Bundestagswahl 10,5 Prozent der Zweitstimmen erzielt. Zwei Jahre später bei der Landtagswahl bekam sie nur 7,7 Prozent. Die Bundestagswahl ist am 26. September.

SPD-Parteichef Norbert Walter-Borjans betonte am Sonntag auf dem Ost-Konvent in Halle, dass Ostdeutschland in Zukunftstechnologien investieren müsse. Es gehe nicht immer nur ums Aufholen und Nachholen etwa bei den Löhnen. «Das bedeutet dann auch, dass wir Vorsprünge in Regionen des Ostens brauchen», betonte Walter-Borjans. Er nannte die Wasserstofftechnologie, die E-Mobilität und andere alternative Energien, Chemie und Maschinenbau als Beispiele.

Walter-Borjans beklagte gleichzeitig die Lohnunterschiede von Ost und West. «Wenn Unterschiede von 10, 15 Prozent bei den Renten oder sogar bis zu 40, 50 Prozent für die gleiche Arbeit da sind, dann ist das eine Beleidigung für die Menschen, die genauso viel leisten wie ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen Teilen des Landes.»

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