Sachsen: Astrazeneca in der Regel nur noch ab 60

31.03.2021 Astrazeneca-Impfungen bekommen vorerst nur Menschen über 60 Jahren. Glück im Unglück: Weil Sachsen zusätzliche Dosen von Biontech bekommt, kann es in den nächsten Tagen mit dem Impfen weitergehen.

Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums hält eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca in der Hand. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sachsen setzt die neue vorsorgliche Altersbeschränkung für den Impfstoff Astrazeneca von diesem Mittwoch an um. Das Präparat soll dann in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend mit. Der Freistaat setzt damit einen einstimmigen Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) von Bund und Ländern um. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. «Wir nehmen die Berichte über Komplikationen sehr ernst», sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Zuvor hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) eine entsprechende neue Altersbeschränkung für Astrazeneca empfohlen.

Die Corona-Impftermine in den nächsten Tagen sind trotz der neuen Einschränkungen aber gesichert. Man werde der betroffenen Altersgruppe von diesem Mittwoch an «einen anderen Impfstoff anbieten», so Köpping. Gleichzeitig gelte aber weiterhin: Astrazeneca sei ein hochwirksamer Impfstoff, der sehr gut vor schweren Krankheitsverläufen schütze.

Alle für Mittwoch (31. März) vereinbarten Termine könnten stattfinden, betonte Köpping. Betroffenen Personen, die jünger als 60 Jahren sind, soll eine Impfung mit den Präparaten von Moderna oder Biontech angeboten werden. Für über 60-Jährige bereits vereinbarte Termine mit Astrazeneca haben Bestand.

Ab 1. April sollen in den rund ein Dutzend Impfzentren alle bereits vereinbarten Impftermine vorerst mit den Vakzinen von Moderna oder Biontech durchgeführt werden - unabhängig von Alter oder Geschlecht. Damit soll einer Verunsicherung entgegengewirkt werden, sagte DRK-Sprecher Kai Kranich der Deutschen Presse-Agentur. Das Deutsche Rote Kreuz organisiert in Sachsen die Impfkampagne für den Freistaat. Laut DRK sollten ab dem 6. April eigentlich die Zweitimpfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca beginnen. Ob und wie dies erfolgen könne, werde später bekannt gegeben, hieß es.

Möglich ist das kurzfristige Umschwenken auf Alternativen, weil Sachsen rund 93 600 zusätzliche Impfdosen von Biontech/Pfizer als besonders betroffene Region erhalten hat. Am Dienstag lag die Wocheninzidenz im Freistaat laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 193 - nach Thüringen der bundesweit höchste Wert.

Der Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz sehe darüber hinaus vor, dass Bundesländer bereits jetzt auch 60- bis 69-Jährige mit Astrazeneca impfen können. Sachsen bereite dies vor, hieß es im Gesundheitsministerium. Unter-60-Jährige sollen sich «nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung» aber weiterhin damit impfen lassen können.

Erst Mitte März waren Astrazeneca-Impfungen nach einer mehrtägigen Impfpause und neuen Überprüfungen wieder angelaufen. Details, wie es mit dem Impfen in Sachsen nach Ostern weitergeht, will das Ministerium in den nächsten Tagen bekannt geben.

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