Landrat fordert Seuchenbekämpfung durch Wildschweinjagd

16.03.2021 Zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest entlang der Neiße an der sächsisch-polnischen Grenze hat der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) eine verstärkte Jagd auf Schwarzwild gefordert. «Macht eine anständige Jagd auf die Wildschweine. Wir sind nicht mehr in der Lage, im Norden des Landkreises eine flächendeckende Fallwildsuche zu organisieren», sagte Lange am Dienstag bei einem Online-Pressegespräch.

Ein Wildschwein steht in einem Wald. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Man müsse die Frage stellen, ob die bisherigen Maßnahmen die richtige Strategie für die Bekämpfung der Seuche seien. Nach wie vor gelte im gefährdeten Gebiet ein Jagdverbot für Schwarzwild. Stattdessen find nur eine «tierseuchenrechtliche Entnahme» statt. Lange verlangte auch eine abgestimmte und grenzübergreifende Strategie gegen die Tierseuche gemeinsam mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium.

Dessen Staatssekretär Uwe Feiler (CDU) verwies dagegen in einer aktuellen Mitteilung auf die Verantwortung der Länder bei der Tierseuchenbekämpfung. Die Behörden der betroffenen Länder müssten konsequent handeln. «Dazu gehört zum einen die verstärkte Bejagung der Wildschweine. Zum anderen müssen die Lücken in den Zäunen geschlossen und bestehende Zaunabschnitte regelmäßig gewartet werden. Außerdem müssen Zaun-Durchlässe, die für Fußgänger und Fahrzeuge eingerichtet wurden, so geschützt werden, dass keine Wildschweine passieren können.»

Der Landkreis Görlitz will noch in dieser Woche das weitere Vorgehen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) mit dem Sozialministerium abstimmen. Gleichzeitig sollen Freiwillige, darunter Bereitschaftspolizisten, am Donnerstag erneut mit der punktuellen Suche nach totem Wild im gefährdeten Gebiet beginnen. Lange bezifferte die Kosten für die ASP-Bekämpfung im Landkreis inzwischen mit drei Millionen Euro. Das gefährdete Gebiet im Osten Sachsens ist derzeit 989 Quadratkilometer groß. Aktuell gibt es in Sachsen 61 bestätigte ASP-Fälle; der erste war am 31. Oktober 2020 bestätigt worden.

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