Vier Kandidaten bei Landratswahl im Kreis Ahrweiler

07.12.2021 Wer wird Chef oder Chefin im Landkreis Ahrweiler nach der Hochwasserkatastrophe? Vier Bewerber werfen ihren Hut in den Ring.

Blick auf die von der Flut zerstörte Eisenbahnbrücke über dem Fluss Ahr in Altenahr. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im flutgeschädigten Kreis Ahrweiler wollen vier Kandidaten die Nachfolge des umstrittenen einstigen Landrats Jürgen Pföhler (CDU) antreten. Am Montagabend endete die Frist für Bewerbungen. Das Quartett der Bewerber besteht aus dem Ersten Kreisbeigeordneten Horst Gies (CDU), der parteilosen Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand, dem ebenfalls parteilosen Architekten, Axel Ritter, und dem überparteilichen Finanzwirt Christoph Schmitt. An diesem Mittwochabend entscheidet der Wahlausschuss des Kreises in öffentlicher Sitzung über die Zulassung der Kandidaturen. Die Wahl ist am 23. Januar 2022.

Bewerber Gies verweist darauf, dass er bereits seit 2004 als zweiter und seit 2009 als erster ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter tätig war. Seit August 2021 führt er stellvertretend die Amtsgeschäfte des Kreises. Zudem ist er Abgeordneter im rheinland-pfälzischen Landtag in Mainz.

Verbandsbürgermeisterin Weigand ist als Krisenmanagerin an der Ahr überregional bekanntgeworden. Die studierte Biologin verbindet nach eigenen Worten mit ihrer Kandidatur die Hoffnung, «mit mehr Befugnissen auch mehr für die ganze Region erreichen zu können».

Der Architekt und Städteplaner Ritter betont: «Ich trete wieder an - ich tue dies aus Gewissensgründen!» Bei der Landratswahl 2015 war er einziger Gegenkandidat des langjährigen Amtsinhabers Pföhler. Ritter unterlag dem Christdemokraten damals mit 24,8 Prozent der Stimmen.

Der Finanzexperte Schmitt erklärt, der nötige politische Neuanfang könne nur gelingen, «wenn alle konstruktiven Kräfte im Kreis Ahrweiler gewonnen werden können. Daher trete ich als überparteilicher Kandidat zur Landratswahl an.»

Landrat Pföhler war Ende Oktober wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt worden. Der 63-Jährige hatte sich nach der Flut am 14. und 15. Juli mit 134 Toten im Ahrtal krankschreiben lassen und dann einen Antrag auf dauerhafte Dienstunfähigkeit gestellt. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen ihn und ein weiteres Mitglied seines Krisenstabes. Es geht um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen wegen womöglich zu später Warnungen und Evakuierungen.

© dpa-infocom GmbH

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