Bis Jahresende über eine Million Corona-Impfungen geplant

02.12.2021 Kommunen, Apotheker, Betriebs- und Zahnärzte sollen bei der beschleunigten Impfkampagne mithelfen. Es geht ums Boostern und um Erstimpfungen. So will sich Rheinland-Pfalz «aus der Pandemie rausimpfen».

Eine Mitarbeiterin überprüft eine Spritze mit einem Impfstoff gegen Covid-19. Foto: Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat die Impfkampagne angekurbelt und will bis Jahresende mehr als einer Million Menschen eine Corona-Schutzimpfung ermöglichen. «Dabei geht es um Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen», sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag in Mainz nach einem Gespräch mit Ärzten, Kommunen und medizinischen Fachgesellschaften. Ganz wesentlich seien dabei auch die zu erwartenden Impfungen für Kinder von fünf bis elf Jahren. «Das Impfen ist ein Schlüssel zur Überwindung der Pandemie.» Die Ministerpräsidentin appellierte erneut an noch Ungeimpfte: «Lassen Sie sich impfen!»

Rheinland-Pfalz verfüge über eine im Ländervergleich gute Impfquote, betonte Dreyer. Mehr als 6,1 Millionen Impfungen seien bislang verabreicht worden. «Etwa 2,8 Millionen Menschen sind in unserem Bundesland vollständig geimpft, über 500.000 haben bereits den Booster erhalten.» Damit sei die Quote der vollständig geimpften Erwachsenen inzwischen auf fast 79 Prozent gestiegen, sagte Landesimpfkoordinator Daniel Stich (SPD). Von den Neuanmeldungen in den neun wiedereröffneten Impfzentren sei etwa jede Zehnte eine Erstimpfung.

«Derzeit erleben wir ein Infektionsgeschehen mit hoher Dynamik und einer großen Zahl an Erkrankten, die eine intensivmedizinische Behandlung brauchen», sagte Dreyer. «Die Belastungen in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen nehmen deutlich zu. Unser aller Ziel muss es sein, uns aus der Pandemie heraus zu impfen.»

Außer in den Arztpraxen gebe es mittlerweile neun Impfzentren, 12 Impfbusse, 21 Krankenhausstandorte und 15 kommunale Impfstellen, an denen geimpft werde. Das sei insgesamt ein breiteres Angebot als früher die 32 Impfzentren, sagte Stich. Auch Betriebsärzte beteiligten sich. In den Impfzentren werde es bald auch die Möglichkeit geben, sich ohne Termin impfen zu lassen. Zudem hätten 100 Apotheker bereits eine Zusatzqualifikation für die Corona-Impfung, 75 könnten im Januar noch dazu kommen.

«In der Apothekerschaft ist die Stimmung zur Frage, ob Corona-Impfungen auch von Apothekern durchgeführt werden sollen, sehr unterschiedlich», heißt es bei der Landesapothekerkammer. Die rheinland-pfälzischen Zahnärzte wollen sich grundsätzlich an den Impfungen gegen das Coronavirus beteiligen. Wie viele der rund 3400 Mediziner mitmachen, sei aber noch nicht abzusehen, hieß es bei der Landeszahnärztekammer.

Geplant seien auch Familienimpftage noch vor Weihnachten, sagte Stich. Zudem werde es von Freitag an Sonderimpftage für Berufsgruppen geben, Lehrer, Erzieher, ambulante Pfleger und Feuerwehr. Alle an Schule und Kita Beschäftigte können sich im Rahmen einer Sonderimpfaktion von Freitag an beim Impfportal zum Boostern registrieren lassen, teilte das Bildungsministerium mit.

Nach der Zulassung der Kinderimpfstoffe durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA werde in Kürze die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) erwartet. «Uns ist die Impfung der Kinder und Jugendlichen ein besonderes Anliegen, da sie bislang keine gesundheitlichen Schutzimpfungen erhalten konnten und sie in der Pandemie viel auszuhalten hatten.» Die Auslieferung des Impfstoffes werde schon vor dem geplanten Start am 20. Dezember erwartet.

© dpa-infocom GmbH

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