Saar-IHK fordert Anwerberstrategie gegen Arbeitskräftemangel

04.11.2021 Die Unternehmen im Saarland leiden zunehmend unter Personalnot. Die Industrie- und Handelskammer schlägt Alarm. Sie fordert unter anderem Strategien, um junge Menschen im Land zu halten und vor allem aus dem EU-Binnenmarkt anzuwerben.

Blick auf das Logo der Industrie und Handelskammer (IHK). Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein erheblicher Arbeitskräftemangel im Saarland droht nach Ansicht des Hauptgeschäftsführers der Industrie- und Handelskammer (IHK), Frank Thomé, zu einer «Wachstumsbremse für die gesamte Saarkonjunktur» zu werden. Die IHK legte am Donnerstag einen Zehn-Punkte-Plan vor, der diesem Trend entgegenwirken soll. «Wir haben es mit Alarmsignalen zu tun, die aufrütteln müssen», sagte der IHK-Chef. Sie zeigten, dass die bisherigen Anstrengungen «bei weitem nicht ausreichen, um das Problem zu entschärfen».

Eine Umfrage, an der sich 162 Unternehmen mit rund 40.000 Beschäftigten beteiligt hätten, habe ergeben, dass bei fast 40 Prozent die Personalknappheit die Geschäftstätigkeit bereits sehr stark beeinträchtige. Seit der Jahrtausendwende habe das Saarland allein 34.000 Personen an andere Bundesländer verloren. Angesichts der weiterhin hohen Abwanderung und des demographischen Wandels werde das Potenzial an Erwerbspersonen bis 2030 um 80.000 auf rund 530.000 Menschen sinken.

Der «Schlüssel zum Erfolg» liegt nach Ansicht von IHK-Geschäftsführer Carsten Meier darin, «die Bindekraft des Landes zu steigern und dadurch junge Menschen in der Region zu halten.» Auch brauche es «eine echte Anerkennungs- und Willkommenskultur» für Geflüchtete und hier lebende Migranten. Zudem sprach er sich für eine Anwerberstrategie des Landes vorzugsweise für Länder des EU-Binnenmarktes aus. «Weniger Abwanderung, mehr qualifizierte Zuwanderung» laute die Devise.

Zu den Empfehlungen der IHK zählt zudem, das Potenzial der Älteren stärker zu nutzen, die Frauen-Erwerbsbeteiligung durch bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erhöhen, die duale Ausbildung zu stärken, mehr Studienabbrecher hierfür zu gewinnen und die Beteiligung an Weiterbildungsangeboten zu erhöhen.

Laut Thomé könne dies «keine Einzelkämpferstrategie» sein: Vielmehr sei es eine Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Verwaltung und Wirtschaft, in die sich die IHK als Impulsgeber einbringen wolle.

Nach Ansicht von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) gibt es beim Problem Fachkräftemangel nicht «die goldene Antwort», aber viele einzelne, die zu Verbesserungen führen. «Zuvorderst steigt durch den Wettbewerb um Fachkräfte der Druck für faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. «Denn wer gute Leute will, muss sie gut bezahlen.»

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Sport news

Hauptrunde Europameisterschaft: Coronageplagte deutsche Handballer verlieren gegen Spanien

People news

Rekordflug: In 156 Tagen um die Welt: 19-Jährige zurück in Europa

Auto news

Minimale Mobilität: Fahrzeuge für den Moped-Führerschein

Internet news & surftipps

Datenschutz: Polizei nutzt Corona-Kontakterfassungsdaten für Ermittlungen

People news

New York: Cardi B übernimmt Bestattungskosten für Brandopfer

Internet news & surftipps

Kriminalität: Massive Cyberattacke gegen Internationales Rotes Kreuz

Tv & kino

Porträt: Hardy Krüger: Weltstar und Weltenbummler

Job & geld

Nicht vertrauenswürdig: Scheinbewertungen: Untersuchung zeigt Lücken auf Websites

Empfehlungen der Redaktion

Regional rheinland pfalz & saarland

Arbeitslosigkeit im Saarland sinkt im dritten Monat in Folge

Regional thüringen

Kreative Maßnahmen gegen Azubi-Schwund in Thüringen

Regional berlin & brandenburg

Neuer IHK-Chef verbindet Industrie und Digitalwirtschaft

Regional mecklenburg vorpommern

Landes-SPD will Ausgleich für Feiertage an Wochenenden

Regional mecklenburg vorpommern

IHK Nord: Brexit drosselt Geschäfte mit Großbritannien

Regional sachsen anhalt

Kammern zur Lage der Unternehmen: Schnelle Hilfen nötig

Regional rheinland pfalz & saarland

Soforthilfe für Unternehmen im Katastrophengebiet startet

Wirtschaft

Umweltkatastrophe: Ahrtal: Über halbe Milliarde Euro Sachschäden für Wirtschaft