Tödlicher Crash bei Touristenfahrt auf dem Nürburgring

05.10.2021 Ein Mann fährt auf dem Nürburgring auf ein Abschleppfahrzeug auf - er stirbt am Unfallort, sieben Menschen werden verletzt. War ausgelaufene Flüssigkeit der Grund für den tragischen Unfall?

Eine Kehrmaschine beseitigt im Bereich „Bergwerk“ auf der Nürburgring-Nordschleife eine Ölspur. Foto: Thomas Frey/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Todesopfer und sieben Verletzte - so lautet die Schreckensbilanz nach einem Unfall auf dem Nürburgring. Wie die Staatsanwaltschaft Koblenz am Dienstag mitteilte, soll die Leiche des getöteten 34 Jahre alten Autofahrers rechtsmedizinisch untersucht werden. Nach Angaben der Polizeiinspektion in Adenau (Kreis Ahrweiler) ereignete sich der Unfall am Montagabend bei einer touristischen Fahrt auf der Rennstrecke. Wie ein Sprecher mitteilte, starb der Autofahrer, als er auf ein stehendes Abschleppfahrzeug prallte und dabei unter den Schlepper geriet.

Der Abschleppwagen habe auf der Nordschleife eine Unfallstelle abgesichert, nachdem aus einem Wagen Betriebsmittel - womöglich Kühlmittel oder Öl - entwichen seien. Das Auto des an der Unfallstelle gestorbenen Fahrers sei nach dem Zusammenprall in Brand geraten. Daraufhin hätten weitere Fahrer, die auf dem Nürburgring unterwegs waren, die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren, so dass sie mit einer Schutzplanke und weiteren Autos kollidierten. Dabei seien sieben Männer im Alter zwischen 31 und 57 Jahren verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Beteiligt waren den Angaben zufolge zwölf Fahrzeuge an dem Unfall, darunter zwei Motorräder.

Mit Blick auf die Unfallursache bestehe der Verdacht, dass aufgrund der ausgetretenen Flüssigkeit eine entsprechende Spur auf der Fahrbahn entstanden ist, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Die Behörde ermittelt nach eigenen Angaben wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung: «Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen die Person, deren Fahrzeug die Betriebsmittel verloren haben soll.» Ein Sachverständiger sei beauftragt worden, ein Gutachten zum Unfallgeschehen zu erstellen.

«Das Unglück trifft uns sehr», teilte ein Sprecher der Betreibergesellschaft der dpa mit. Er wies darauf hin, dass der Unfall nach Polizeiangaben passierte, als die Strecke gerade gesichert werden sollte. «Leider folgten die beteiligten Fahrzeuge zu unmittelbar, so dass es zu diesem Unglück kam», hieß es weiterhin. Grundsätzlich böten die Nordschleife und die Grand-Prix-Strecke einen hohen Sicherheitsstandard mit Blick auf die Touristenfahrten.

Der Nürburgring in der Eifel wird sowohl von Profis als auch von Amateuren genutzt und an veranstaltungs- und testfreien Tagen für Touristenfahrten freigegeben. Dabei gelte nicht nur die Straßenverkehrsordnung, auch gebe es eine Einbahnstraßenregelung sowie weitere Sicherheitsvorkehrungen, wie etwa Dreifach-Leitplanken oder Fangzäune. Die Strecke wurde am Dienstagmittag wieder freigegeben, wie die Behörden mitteilten.

© dpa-infocom GmbH

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