Ahr-Flutgebiet: Projektbüro steuert Wiederaufbau von Straßen

01.10.2021 Ein einziges Hochwasser hat im Ahrtal Straßenschäden von rund 250 Millionen Euro verursacht. Nach provisorischen Lösungen werden die Weichen für eine dauerhafte Erneuerung des Straßennetzes gestellt. Nötig dafür ist ein langer Atem.

Eine Hälfte einer Brücke über die Ahr musste nach der Flutkatastrophe abgerissen werden. Foto: Thomas Frey/dpa/archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zweieinhalb Monate nach der tödlichen Sturzflut im Ahrtal hat am Freitag ein neues Projektbüro in Sinzig seine Steuerung des langfristigen Wiederaufbaus der zerstörten Straßen begonnen. Nach Freiräumen, Schadensbegutachtung, Brückenprüfungen und provisorischer Wiederherstellung gehe es nun um die dauerhafte Wiedererrichtung des Straßennetzes mit aktuellen technischen Standards, sagte die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) bei der Straßenmeisterei Sinzig.

Hier ist das neue Projektbüro «Wiederaufbau Ahrtal» des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in bislang drei Containern untergebracht. Bis Jahresende sollen hier laut Verkehrsministerium etwa 33 Container aufgestellt sein, um ein 35-köpfiges Team zu beherbergen. Dafür würden noch weitere Mitarbeiter eingestellt. Der Fachkräftemangel sei dabei eine Herausforderung.

Den Gesamtschaden beim sogenannten klassifizierten Straßennetz im Ahrtal bezifferte Verkehrsministerin Schmitt mit rund 250 Millionen Euro. Die Wiederherstellung werde zu 100 Prozent aus dem Wiederaufbaufonds von Bund und Ländern für die Flutschäden finanziert. Der Leiter des neuen Projektbüros in Sinzig, Stefan Schmitt, sagte, beim dauerhaften Wiederaufbau müsse nicht in Wochen und Monaten, sondern wohl in Jahren gerechnet werden.

Laut Verkehrsministerin Daniela Schmitt sind gleichwohl auch mit Erleichterungen beim Landesstraßengesetz und vereinfachten Auftragsvergaben Weichen für eine zügigere Wiederrichtung der Verkehrswege gestellt worden. Solange Trassen nicht vollständig geändert würden, seien keine langwierigen Planfeststellungsverfahren nötig. Zudem seien vorübergehend bestimmte Wald- und Feldwege für den Autoverkehr freigegeben worden.

Nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität waren für die bisherige Beseitigung von Hochwasserschäden beim Straßennetz rund 35 000 Arbeitsstunden nötig. Das gut erreichbare neue Projektbüro in Sinzig nahe der Ahrmündung in den Rhein bestehe aus drei Fachgruppen für Planung, Straßenbau und Ingenieurbauwerke. Hinzu kämen Baubüros bei den Baustellen im geschädigten Flusstal.

Bei dem Hochwasser nach extremem Starkregen am 14. und 15. Juli waren im engen Ahrtal 133 Menschen getötet und viele Häuser, Straßen und Brücken beschädigt oder zerstört worden.

Aber auch im Großraum Trier und in der Eifel war es damals zu Überflutungen gekommen. Verkehrsministerin Schmitt teilte mit, am Freitag sei auch bei Speicher im Eifelkreis Bitburg-Prüm eine einspurige 32 Meter lange Behelfsbrücke über den Mosel-Nebenfluss Kyll freigegeben worden. Die ursprüngliche Querung hatte das Hochwasser mitgerissen.

© dpa-infocom GmbH

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