Rehlinger: Merkels Abgang kann Saar-SPD-Chancen verbessern

02.09.2021 Das Ende der Kanzlerschaft von Angela Merkel (CDU) kann nach Ansicht der SPD-Landesvorsitzenden Anke Rehlinger auch die Chancen ihrer Partei bei der Landtagswahl im Saarland verbessern. «Die Bürgerinnen und Bürger erkennen, dass die CDU ohne Angela Merkel eine andere ist. Dieser Trend hat sicherlich nicht nur Auswirkungen auf die Bundestagswahl, sondern auch für alle anderen Wahlen», sagte Rehlinger der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken.

SPD-Landesvorsitzende Anke Rehlinger beantwortet Fragen bei einem Interview. Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ohne Merkel müsse die CDU nicht nur im Bund, sondern auch in den Ländern «mit einem Verlust von bis zu 10 Prozent» rechnen. Angesichts der Tatsache, dass die Saar-SPD bisher immer bei Wahlen zwischen fünf und zehn Prozentpunkten über dem Ergebnis der Bundespartei gelegen habe, sei es «nicht vermessen, zu sagen: Es wird spannend bei der Landtagswahl», sagte Rehlinger.

Im Saarland wird am 27. März 2022 ein neues Landesparlament gewählt. Rehlinger ist Wirtschaftsministerin in einer von Tobias Hans (CDU) geführten großen Koalition - und stellvertretende Regierungschefin. 2017 hatte die SPD im Land 29,6 Prozent der Stimmen bekommen, die CDU unter Führung von Annegret Kramp-Karrenbauer kam auf 40,7 Prozent.

Rehlinger sagte unter Hinweis auf den Aufwärtstrend der SPD bei Umfragen auf Bundesebene: «Wir sehen ja gerade, dass ganz viel Bewegung möglich ist.» Die SPD im Saarland habe in den letzten beiden Legislaturperioden viel erreicht: «Wir haben natürlich den Anspruch, dieses Land zu führen. Und zeigen in der Regierung in Bund und Land, dass wir es können.»

In der Corona-Pandemie habe die Koalition «ganz, ganz viele Dinge in großem Einvernehmen gemacht». Diskussionen zwischen SPD und CDU habe es aber unter anderem um das sogenannte Saarland-Modell im Frühjahr gegeben, das Öffnungsschritte bei negativen Tests vorsah. Sie habe damals «wenig Begeisterung dafür, dass man daraus eine Imagekampagne macht», gehabt. «Ich habe das nicht für sachgerecht gehalten. «Alles ist wieder möglich» war das falsche Signal an die Bevölkerung und hat der Sache geschadet», sagte Rehlinger.

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