Kötz: Mit Festival des deutschen Films raus aus Angstblase

30.08.2021 Trotz der Corona-Einschränkungen für das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen (1.9.-19.9.) erwartet Intendant Michael Kötz ein facettenreiches Kunstereignis am Rhein. «Es ist Zeit, dass wir alle wieder rauskommen aus der Angstblase», sagte er am Montag der Deutschen Presse-Agentur. «Unser Publikum ist doch nun wirklich zum Großteil geimpft. Besser gehts doch gar nicht.»

Zwei Zuschauer sitzen beim Festival des deutschen Films vor einer großen Videoleinwand. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auch bei der Gastronomie am Rheinufer werde man mit Freunden und Bekannten fröhlich zusammensitzen können. «Nur zu Fremden wird man einen Sicherheitsabstand einhalten müssen. Aber immerhin kann man schon mal zu ihnen hinüberwinken», meinte Kötz augenzwinkernd.

Für das Festival werden nur geimpfte oder genesene Besucher zugelassen. Wer lediglich getestet ist, erhält bei der 17. Ausgabe keinen Zutritt zum Areal, betonten die Veranstalter. Die ursprünglich angestrebte 3G-Regelung, die auch Getestete zulasse, habe die Stadt Ludwigshafen aus Sorge um bei ihnen stets besonders hohe Inzidenzzahlen nicht zugestimmt. Das Gelände müsse außerdem in Bereiche mit separat kontrollierten Eingängen unterteilt werden.

«Die Landesregierung kann, wie sich herausgestellt hat, ja keine Sondergenehmigung erteilen, die nicht zugleich von der Kommune, in der eine Veranstaltung stattfinden soll, ebenfalls getragen wird», sagte Kötz. «Ein Festival wie unseres kann man nur machen, wenn man zum Risiko bereit ist. Da gibt es nie einen doppelten Boden», betonte der Intendant. Natürlich habe man seit Jahresbeginn in mehreren Varianten geplant. «Aber entschlossen waren wir immer, dass es in diesem Jahr ein richtiges Filmfestival geben muss, irgendwie.»

Zwar habe ein Hochwasser den Aufbau um fast zwei Wochen verzögert. «Aber da haben wir eben noch ein bisschen mehr Geld ausgegeben, das wir eigentlich gar nicht haben, für Unterlegmatten, mit denen man auch auf noch feuchtem Gelände den Aufbau der Zelte beginnen kann.»

In Kinozelten und unter freiem Himmel zeigt das Festival in diesem Jahr 74 Filme. Zur Eröffnung läuft am Mittwoch (19.00 Uhr) die Komödie «Endlich Witwer - Forever Young» von Regisseurin Anca Miruna Lăzărescu. Für den diesjährigen Kunstpreis sind 17 Filme nominiert, 56 Streifen konkurrieren um den Rheingold-Publikumspreis.

Die 2005 gestartete Filmschau gilt als wichtiger Branchentreff und galt in der Vergangenheit mit jährlich rund 120 000 Gästen als das besucherstärkste deutsche Filmfestival nach der Berlinale.

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