2200 professionelle Helfer: 3,2 Millionen Liter abgepumpt

16.08.2021 Helfer werden im Ahrtal noch immer dringend gebraucht. Bundeswehr, Technisches Hilfswerk, Hilfsorganisationen und Bundespolizei übergeben immer mehr Aufgaben an private und zivile Helfer.

Helfer entfernen den Schlamm aus der stark beschädigten Rosenkranz-Kirche. Foto: Thomas Frey/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im von der Flut schwer geschädigten Ahrtal sind täglich noch rund 2200 professionelle Helfer im Einsatz. «Die Zahl nimmt nach und nach ab», sagte der Leiter des Krisenstabs, Thomas Linnertz, am Montag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Als Grund nannte er eine «langsame Rückkehr in die zivile Ordnung». Die Shuttlebusse für private Helfer, die an elf Stellen im Tal Halt machten, würden weiter betrieben.

Rund 3,2 Millionen Liter mit Öl versetztes Wasser seien bereits abgepumpt und daraus etwa 1,2 Millionen Liter reines Öl gewonnen worden, das fachgerecht entsorgt werden könne, berichtete Linnertz. Die Bahn wolle mit Kesselwagen als Zwischenlager helfen. Das Abpumpen des Wassers aus den Zehntausenden betroffenen Häusern sei auch gut einen Monat nach der Katastrophe noch nicht abgeschlossen.

In der Gemeinde Fuchshofen wollten Bundeswehr und Technisches Hilfswerk die Ahr noch einmal leicht stauen, um einen Kanal freizulegen und zu reinigen. Wenn das gelinge, könne dieser wieder an die Kläranlage angeschlossen werden und das Abwasserproblem in der Verbandsgemeinde Adenau gelöst sein, sagte Linnertz.

In Bad Neuenahr-Ahrweiler werde an der Hauptgasleitung gearbeitet, die Ahr für Abwasserleitungen unterquert und weiterhin Hausanschlüsse an den Strom angeschlossen.

Die Polizei sei nach wie vor 24 Stunden am Tag für die Bevölkerung im Ahrtal präsent, sagte Polizeirat Florian Stadtfeld. Tagsüber seien rund 200 Polizisten im Dienst.

Von den 141 Toten seien 138 identifiziert, sagte Stadtfeld. Darunter 6 der 8 Menschen, die bereits vor der Flut tot waren. Insgesamt kamen bei der Hochwasserkatastrophe 133 Menschen ums Leben, 4 werden weiterhin vermisst.

Gemeinsam mit dem Verein Land schafft Verbindung solle ein System entwickelt werden, das freien Unternehmern die Abrechnung erbrachter Leistungen leichter mache, sagte Linnertz. Helfer hatten kritisiert, es gebe keine zentrale Koordination bei Leistungen von Bauern oder Bauunternehmern, die ins Tal kämen, um zu helfen. Die Kommunen könnten auch einzelne Verträge in Auftrag geben, betonte Linnertz.

Die Handwerkskammern hätten zudem eine Internetseite geschaffen (www.baut-mit-auf.de), über die sich Unternehmen aus ganz Deutschland melden und beim Aufbau helfen könnten. Außerdem gebe es weiterhin die Internet-Plattform der Landesregierung (fluthilfe.rlp.de) über die Hilfsangebote und -gesuche zusammengebracht werden sollen.

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